Pferdesport wird in China immer populärer
Heiliges Tier mit Glückszahl

Pferdewetten boomen in Singapur und Hongkong, in China sind sie verboten - wohl nicht mehr lange.

SINGAPUR. Vielleicht hätte Herr Wu lieber auf die Nummer vier setzen sollen. Das Pferd hat den glänzenden Boden des Paradeplatzes auf der Rennbahn in Singapur mit seinem Mist verziert, und Pferdeäpfel bringen ja bekanntlich Glück. Aber die Zahl vier, auf Chinesisch ausgesprochen, klingt wie der Tod und das kann ja kein Glück bedeuten. Also hat sich Herr Wu in dem Nebenrennen für die Nummer 15 entschieden. Denn heute ist sein Glückstag und es ist der 15. Der Hengst mit dieser Nummer ist in dem Nebenrennen am Ende nur Letzter geworden - der Tod hat doch gesiegt.

Pferderennen sind in Hongkong, Singapur, Kuala Lumpur und auch in Japan ebenso beliebt wie in Europa Autorennen oder Fußball. Überall, wo die Briten ihre Spuren als Kolonialherren hinterlassen haben, sind Rennbahnen entstanden. Auch in Australien. Doch besonders dort, wo sie auf die Spielleidenschaft eingewanderter Chinesen wie Herrn Wu treffen, haben Galopprennen einen Boom erlebt. Obwohl die Briten längst abgezogen sind, ist die britischste aller Sportarten geblieben.

In China ist jede Form von Glücksspiel und Wetten noch verboten. Doch Pferdesport allgemein wird in China immer populärer. Vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking wird viel Geld in Reitsportanlagen im ganzen Land investiert. Experten vermuten, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis China Pferdewetten erlauben wird. In Peking sind mit Hilfe des Iren Kevin Connolly und dem Geld des Hongkonger Millionärs Yun Pung Cheng bereits drei Rennbahnen entstanden. Conolly ist Cheftrainer und Rennleiter des Beijing Jockey Club, offiziell wetten darf man auf die über 1000 Vollblüter des Klubs allerdings noch nicht. Es werden zwar Wetten abgeschlossen, sie heißen aber nicht so. Besucher kaufen für rund zwei Euro keinen Wettschein, sondern einen Gutschein, und der gehört dann zu einem Pferd. Gewinnt das Pferd, kann der Gutschein gegen Geld getauscht werden. "Die Chinesen lieben jede Art von Lotterie, Glücksspiel und Wetten, noch sind sie aber nicht legal", sagt Connolly, "es ist vermutlich das weltweit letzte Neuland, das es im Pferdesport zu erschließen gilt."

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