Phil Taylor beendet Karriere Generationenwechsel im Darts-Sport

Im Darts-Sport ist eine Ära zu Ende: Rekordweltmeister und Publikumsliebling Phil „The Power“ Taylor wurde in seinem letzten WM-Finale vom Shootingstar Rob Cross deklassiert. Der schmiedet bereits große Pläne.
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Der Rekordhalter geht in den Ruhestand, ein junger Shootingstar tritt an seine Stelle. Debutant Rob Cross stunned 16-time world champion Phil Taylor in the World Championship final on January 1, 1018, after beating him 7-2. / AFP PHOTO / AFP PHOTO AND Tolga Akmen / Tolga Akmen Quelle: AFP
Phil Taylor (r.) und Rob Cross

Der Rekordhalter geht in den Ruhestand, ein junger Shootingstar tritt an seine Stelle.
Debutant Rob Cross stunned 16-time world champion Phil Taylor in the World Championship final on January 1, 1018, after beating him 7-2. / AFP PHOTO / AFP PHOTO AND Tolga Akmen / Tolga Akmen

(Foto: AFP)

LondonSechs Wochen ist es her, dass Rob Cross zum ersten Mal seinem Idol Phil Taylor gegenüberstand. Er bat ihn um ein gemeinsames Selfie. Da wusste er noch nicht, dass er am Neujahrsabend im WM-Finale um den Titel spielen würde – gegen ebendiesen Phil Taylor, Spitzname „The Power“, den Rekordweltmeister, den Einzigartigen, den Roger Federer der Darts-Welt.

Der 27-jährige Cross steht auf der Bühne im Alexandra Palace in London, seine drei Pfeile in der Hand, und blickt hinunter auf die kostümierten Zuschauer. Sie singen das, was sie immer singen, seit Jahrzehnten schon: „There is only one Phil Taylor, one Phil Taylor, walking alone, singing this song, walking in a Taylor wonderland“.

Es ist Taylors Abschiedsspiel, nach der WM ist Schluss, hat der 57-Jährige gesagt, und das Publikum will seinen Liebling ein letztes Mal siegen sehen. 30 Jahre lang hat er den Sport dominiert, 16 Mal ist er Weltmeister geworden. Für Cross ist es die erste Weltmeisterschaft überhaupt, vor einem Jahr war er noch Elektriker in Hastings und hat Pfeile nur in seiner Freizeit geworfen. Nun muss er sieben Sätze gewinnen – gegen Taylor und gegen die 4000 Zuschauer.

Das alles scheint ihn nicht zu beeindrucken. Schon im dritten Leg des ersten Satzes zeigt Cross, was er drauf hat. Eine 180 und gleich noch eine hinterher, jeweils drei Pfeile auf das Triple-20-Feld, der beste Wurf im Dart. Taylor weiß nun Bescheid. Und so geht es weiter. Taylor verfehlt die Triples und Doubles reihenweise. Cross trifft sie alle. Er zieht davon, im Nu steht es 1:0, 2:0, 3:0, nach einer Dreiviertelstunde ist es im Saal still geworden. Sehr still. Der Altmeister wird von dem Neuling vorgeführt.

Die Stimmung hebt sich erst wieder im vierten Satz, als Taylor auf 1:3 verkürzen kann. Als er dann den fünften Satz auch noch mit zwei 180-Würfen beginnt, steht der Saal. Sollte er tatsächlich in seinem Abschiedsspiel einen Neun-Darter schaffen, also ein Leg von 501 Punkten mit nur neun Würfen beenden? Taylor trifft die Triple-20, er trifft die Triple-19, doch dann, bei der finalen Double-12, landet der Pfeil knapp außerhalb. Es wäre eine Sensation gewesen, doch es soll an diesem Abend einfach nicht sein. Kurz darauf verliert Taylor auch noch das Leg.

Die Fans erleben einen Rollentausch. Während Taylor ungewohnte Nerven beim Abschluss zeigt, verwandelt Cross kaltblütig. Am Ende hat er bei den entscheidenden Doppelfeldern eine überragende Trefferquote von 70 Prozent. Taylor hat ihm nichts entgegenzusetzen, in einer Pause stellt er sich vor die Fans und schüttelt entschuldigend den Kopf. „So ist Darts“, sagt Cross hinterher. „Wenn Du Deinen Gegner nicht bestrafst, bestraft er Dich“.

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