Platz Zehn reicht nicht für Olympiaqualifikation
Ein Sprung vermasselt Olympia-Traum

Sie wollte die letzte Chance auf ihre Olympia-Teilnahme nutzen, aber sie stürzte beim Axel und wurde nur Zehnte.

HB LYON. "Da fehlen mir die Worte", sagte die 22 Jahre alte Sportsoldatin am Donnerstagabend in Lyon nach der Kürentscheidung bei den Europameisterschaften und weinte bittere Tränen.

Mit Rang zehn verfehlte sie die Anforderungen des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für die Winterspiele um zwei Plätze. Immerhin sicherte die gebürtige Tschechin der Deutschen Eislauf-Union (DEU) für die EM 2007 in Warschau zwei Startplätze bei den Damen. "Das ist sehr traurig für Annette. Aber sie war nicht dramatisch schlecht und sah ganz gut aus in der Kür", meinte DEU-Präsident Reinhard Mirmseker, der sich angesichts der deutschen Damen-Misere schon über die Verbesserung zum Vorjahr um zwei Plätze freute. Und tatsächlich startete die viermalige deutsche Meisterin mit ihrem hervorragend gelungenen Angstsprung Dreifach-Lutz bestens in die "Spartacus"-Kür. Dass sie dann aber die einfachen Elemente nur doppelt drehte, war mit Trainerin Ilona Schindler nicht abgesprochen.

"Ich habe sie erst seit zwei Wochen in Erfurt, da hat sie sich schon um 90 Prozent gesteigert", fand die ansonsten als streng bekannte Betreuerin positive Worte für ihren neuen Schützling. Hinter den Kulissen des "Palais des Sports" spielte sich zudem ein kindischen Theater ab, unter dem Annette Dytrt am meisten litt. Pünktlich zum Training am Morgen war ihre frühere russische Trainerin Shanetta Folle erschienen, allerdings ohne ein Wort des Grußes. Wie ein Geist war sie ständig präsent und wollte ihrer Ex-Schülerin, die nervlich äußerst labil ist, keine Ruhe lassen. "Sie hat einmal gesagt, ohne sie sei ich nichts", schluchzte Annette Dytrt, die zum Jahreswechsel fast geflüchtet war. Nun will sie in Thüringen bleiben und bis zur Weltmeisterschaft im März in Calgary hart trainieren.

Schindler, die mit Stefan Lindemann zu den Spielen nach Turin fährt, wollte sich noch nicht festlegen auf eine weitere Zusammenarbeit: "Wir werden uns nach der EM zusammensetzen und gucken, wie das Training aussehen könnte." Sie macht kein Geheimnis daraus, dass die talentierte Eiskunstläuferin intensiver üben muss.

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