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Pleiten des deutschen Teams zum Start der Judo-WM

Ein enttäuschendes Abschneiden der deutschen Schwergewichte sowie eine chaotische Organisation haben den ersten Tag der Judo-Weltmeisterschaften in Kairo geprägt.

Mit enttäuschenden Resultaten der deutschen Schwergewichte und einem organisatorischen Chaos haben die Judo-Weltmeisterschaften in Kairo begonnen. Der Olympia-Dritte Michael Jurack (Abensberg) sowie die beiden Ex-Europameisterinnen Jenny Karl (Rüsselsheim) und Katrin Beinroth (Hannover) blieben hinter den Erwartungen weit zurück, schieden vorzeitig aus und blieben ohne Platzierung.

"Das war ein trauriger Einstand. Michael war so gut drauf. Ich dachte, er kann weit kommen. Und dann läuft das hier so an ihm vorbei", kommentierte Männer-Bundestrainer Frank Wieneke das schnelle Aus seines Paradekämpfers. 100-kg-Recke Jurack war zunächst gegen Japans ins Halbschwergewicht abgestiegenen Schwergewichts-Olympiasieger Keiji Suzuki chancenlos. "Der hatte einen bärenstarken Griff. Da kam Michael nicht dagegen an", sagte der Bundestrainer. Danach verlor der Bundespolizist aus Bayerns Judo-Hauptstadt Abensberg in einer Neuauflage des kleinen Finales von Athen auch noch gegen den Aserbaidschaner Mowlud Miralejew und musste vorzeitig zum Teamhotel "Concord el salam" zurückkehren.

Nach 4:13 alles vorbei

Nach 4:13 Minuten war auch der erste WM-Auftritt von Halbschwergewichtlerin Jenny Karl beendet. Die Europameisterin von 2004 unterlag ihrer Angstgegnerin Anastasia Matrosowa (Ukraine), die wiederum in der nächsten Runde gegen die Athen-Dritte Lucia Morico (Italien) verlor und damit Karl den Weg in die Hoffnungsrunde verbaute.

114-kg-Schwergewicht Katrin Beinroth sorgte gegen Lucija Polavder (Slowenien) wenigstens mit dem ersten deutschen Sieg in Kairo für einen ersten Lichtblick, verschenkte dann aber den möglichen Halbfinal-Einzug, als sie gegen die Athen-Dritte Giovanna Blanco (Venezuela), klar in Führung liegend, nach 2:37 Minuten in eine Kontertechnik stolperte. "Das war leichtsinnig. Katrin hat die Blanco zuletzt im Trainingslager in Brasilien noch sicher geschlagen", meinte Bundestrainer Norbert Littkopf ärgerlich.

Organisatorische Mängel keine Entschuldigung

Nicht nur der sportliche Fehlstart, sondern auch die chaotische Organisation in der Hauptstadt Ägyptens sorgte für schlechte Stimmung im deutschen Team. "Zwei Tage fehlten unsere Judo-Jacken, und wir konnten nicht richtig trainieren. Als wir die dann hatten, kam der Bus zum Training fast zwei Stunden zu spät", schimpfte Littkopf. "Was hier abläuft, ist einfach nur schlecht. Nach dem Wiegen um sieben Uhr saß der Jurack fast vier Stunden in der Halle, hat auf seinen ersten Kampf gewartet und bekam nicht einmal etwas zu essen angeboten", berichtete Wieneke. Zudem begann der erste Wettkampftag mit einstündiger Verspätung, weil einige Teams noch am Morgen ohne ihre genehmigten Judo-Kittel dastanden. Elektrizität und Kommunikationsleitungen waren im riesigen wie gähnend leeren Cairo Stadium im Stadtteil Nasr City Mangelware was zuletzt zu einem Zusammenbruch der Internet-Seite des OK führte. Zu allem Überfluss hatten die Organisatoren die Kittel komplett mit den Vornamen statt der Nachnamen der Athleten sowie mit falschen Gewichtsklassen bestickt, womit das Chaos komplettiert wurde.

"Die haben alles falsch gemacht, was ging. Und es wird kaum besser werden", meinte Wieneke. "Aber diese Probleme haben alle, nur wir haben am ersten Tag schlecht gekämpft."

© SID

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