Poker-Kolumne (7)
Mit der Hydra am Tisch

Bei den meisten Pokerturnieren kann man sich oft unbegrenzt wieder einkaufen, nachdem man rausgeflogen ist. Und diese Re-Entry-Turniere sind der reinste Wahnsinn. Aus diesem Grunde: Kapitalismuskritiker, vereinigt euch!
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BerlinWenn Männer mit Geld spielen, wird es gefährlich. Ulrich Hoeneß hatte 500 Millionen Euro, um damit zu spekulieren. Wir wissen, wo es geendet ist. Wenn Geld keinen Wert mehr hat, setzt der Verstand aus. Das Investment ist daneben gegangen? Egal, starten wir eben einen neuen Versuch!

Beim Pokern gibt es das auch. Das Zauberwort heißt Re-Entry. Um bei einem Turnier mit dieser Option teilzunehmen, zahlt jeder eine Startgebühr. So weit, so gut. (Ich wäre zwar eigentlich dafür, dass jeder in diesem Land ein Grundrecht auf kostenloses Pokern hat, aber das ist ein anderes Thema).

Das Besondere an Re-Entry-Turnieren: Wer rausfliegt, kann sich sofort wieder einkaufen – und weiter spielen. Bei einem normalen, anständigen Turnier läuft es eigentlich so ab: Man spielt so lange bis man entweder gewonnen hat oder rausfliegt. Im zweiten Fall ärgert man sich und geht nach Hause.

Viele Veranstalter denken, dass Re-Entry-Turniere eine feine Sache seien. Schließlich muss sich niemand mehr in den Schlaf weinen, sondern kann einfach sein Glück von Neuem versuchen. Dass die Casinos in dem Fall natürlich auch mehr verdienen, mag eine gewisse Rolle spielen, warum die Betreiber einen solchen Narren an diesen Turnieren gefressen haben.

Wenn Sie mich fragen: Re-Entry-Turniere sind der reinste Wahnsinn. Wenn alle Kapitalismuskritiker dieser Welt erst einmal Wind von Re-Entry-Turnieren bekommen, wird die Welt im Chaos versinken. Ich sage Ihnen: Wir kommen aus Demonstrationen und Sitzblockaden vor den Casinos nicht mehr raus. Und das zurecht!

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Re-Entry-Turniere ziehen Irre an

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