Posten von Geschäftsführer Meier wird nicht neu besetzt
Watzke-Solo bei Borussia Dortmund

Interessante Meldungen aus dem Hause Borussia Dortmund kommen gern zu Zeiten, in denen manche Menschen bereits ins Bett gehen. Zum Beispiel an einem Montagabend um 22.44 Uhr. Da vermeldete Deutschlands einziger börsennotierter Fußballclub, dass ihm künftig ein Geschäftsführer reiche.

DÜSSELDORF. Der wird Hans-Joachim Watzke heißen und ist seit Mitte Februar im Amt, jener Zeit, da der Club eine existenzgefährdende Notlage verkündete. Erst durch Gläubigerverzichte konnte die Borussia vorerst gerettet werden. Der Posten des langjährigen Managers Michael Meier, dessen Vertrag im Sommer nicht verlängert wird, bleibt künftig unbesetzt.

Weiter verantwortlich für den sportlichen Bereich bleibt Michael Zorc. Zu seinem Aufgabenbereich zählen der Profifußball, die Amateur- und Junioren-Mannschaften sowie die Aufsicht für den beabsichtigten Bau des neuen Trainingsgeländes in Dortmund-Brackel. Controlling-Chef Detlef Thiemann dagegen scheidet nach Angaben des BVB auf eigenen Wunsch im Sommer aus.

Die Machtverteilung ist klar: Der westfälisch-spröde Watzke hat das Sagen, im Hintergrund wirkt Vereinspräsident Reinhard Rauball. Für den BVB legt Watzke, auch Macher des sauerländischen Verbandsligisten Rot-Weiß Erlinghausen, seine Firma Watex, Hersteller für Arbeitsschutzbekleidung, in andere Hände.

Allerdings bekommt der 45-Jährige eine Art rechte Hand: "Der Präsidialausschuss hielt es für sinnvoll, im Finanzbereich professionelle Kompetenz von außen einzufordern", heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung. Die soll Thomas Treß einbringen. Er ist Generalbevollmächtigter beim Wirtschaftsprüfer Rölfs Partner, der ein Sanierungskonzept für den BVB erarbeitet hat. Fachlich sei er beschlagen, sagt einer, der Treß beruflich erlebt hat. Im Umgang aber nicht immer angenehm. Rölfs Partner wird die Borussia weiter bei der Umsetzung des Konzepts beraten. "Die tauschen einfach Meiers Gehalt gegen das Beratungshonorar", meint einer, der den Club gut kennt. Nach Handelsblatt-Informationen hätten Investoren lieber weiter einen zweiten Geschäftsführer installiert. Kandidaten wurden angesprochen, winkten jedoch ab.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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