Produkte „Made in Austria“
Österreichs Wirtschaft will an Olympia verdienen

Die Skispringer aus Österreich sind auf Gold gebucht, und auch die Wirtschaft der Alpenrepublik erwartet viel von den Olympischen Winterspielen. Die Wettbewerbe in Kanada, die in zwei Wochen beginnen, sollen Produkte „Made in Austria“ populärer machen – immerhin werden rund drei Milliarden Zuschauer die Veranstaltung am Fernseher begleiten.
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WIEN. „Die Spiele in Vancouver sind für uns ein wichtiger Impuls“, sagt Anna Maria Hochhauser, die Chefin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). 350 000 Arbeitsplätze hängen in der Alpenrepublik direkt am Sport: Eine Wertschöpfung von 15 Mrd. Euro entspricht acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Wenn in Vancouver ein Rennläufer mit Marken wie Fischer oder Head als Sieger über die Ziellinie fährt, könnte das den Absatz ankurbeln. Die Skiproduzenten aus der Alpenrepublik kommen auf eine Exportquote von 80 Prozent. Das meiste geht davon nach Deutschland, Frankreich und in die USA.

Von Olympia profitiert hat schon jetzt der Vorarlberger Seilbahnhersteller Doppelmayr. Er errichtete mit Millionenaufwand die Seilbahn im Skigebiet von Whistler. Die Österreicher versprechen sich zudem viel vom Konzept der „grünen Spiele“: Die Ausrichter wollen den Energieverbrauch niedrig halten, etwa durch Wärmedämmung in den Gebäuden. Die Österreicher haben daher ein Niedrigenergiehaus nach Kanada geschickt, das ihre Baukünste in Sachen Energieeffizienz unter Beweis stellen soll. Während der Spiele nutzt dieses etwa der Sender ORF. Für die WKO ist das Gebäude ein Werbeträger, der den Verkauf von Passiv- und Niedrigenergiehäusern in Nordamerika befördern könne, sagt WKO-Chefin Hochhauser. Im kleinen Österreich gebe es 5 000 solcher Gebäude, in ganz Nordamerika nur 50.

Wichtig wird auch sein, dass sich die Athleten mit dem Adler auf der Brust an die Regeln halten. Bei den Spielen 2006 in Turin wurden österreichische Biathleten wegen Dopingverdachts verhaftet. Für die Firmen der Alpenrepublik war das alles andere als eine gute Werbung.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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