Profi-Golfer Severiano Ballesteros
Noch längst kein altes Eisen

Severiano Ballesteros über seine Rückkehr auf das Grün, seine zweite Karriere auf der Seniorentour und das Nachwuchsproblem auf Spaniens Golfplätzen.

MADRID. Die Rückkehr des großen spanischen Golf-Stars war nicht sehr glücklich. Bei den Madrid Open vor einigen Wochen schnitt der hochgewachsene, inzwischen etwas gesetzte Severiano Ballesteros, in der Golfwelt kurz Seve genannt, enttäuschend ab. Viele hielten seine Rückkehr sowieso nur für einen Werbegag, um das von seiner eigenen Firma Amen Corner organisierte Turnier besser vermarkten zu können. Der stolze, für seinen Jähzorn und seine Launen bekannte Spanier war trotzdem zufrieden mit seinem ersten Auftritt nach über zwei Jahren Abstinenz von der internationalen Golfbühne. "Ich habe es genossen, habe mich gut gefühlt, meine Verletzungen scheinen überwunden", sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Profi, der seit seinem 16. Lebensjahr, vom Golfspiel lebt, will im kommenden Jahr auf der Tour an 15 Turnieren teilnehmen.

Dabei hatte sich der 48-Jährige wegen seines schweren Rückenleidens komplett von den großen Wettbewerben verabschiedet und sein Talent auf dem Grün vor allem in die Entwicklung von Golfplätzen gesteckt. Und streng genommen ist Severiano Ballesteros auch schon seit über zehn Jahren nicht mehr im Geschäft. Seitdem konnte er kein Golfturnier mehr gewinnen. Seinen letzten Auftritt hatte er im Jahr 2003 bei der von ihm ins Leben gerufenen Seve Trophy, bei der eine britisch irische Mannschaft gegen ein Team von Kontinentaleuropäern zum Abschlag antrat.

Ballesteros ist trotz allem noch das Größte, was der spanische Golfsport jemals hervorgebracht hat. Zumindest die Spanier glauben auch, dass er in den achtziger und neunziger Jahren zu den talentiertesten Golfspielern in Europa gehörte. Der dreifache Vater gewann 1979 als jüngster Spieler zum ersten Mal die British Open, danach ging es nur noch aufwärts. "Er war ein großes Genie, jetzt hat er noch eine sehr gute Chance, in der Seniorenliga eine zweite Karriere zu starten", sagt Bob Cass, Sportexperte bei der britischen Zeitung The Mail on Sunday, respektvoll über Ballesteros sportliches Lebenswerk.

Cass reiste mit vielen Golfgrößen durch die Welt, er kennt Tiger Woods und Bernhard Langer, aber so einen Charakter wie Ballesteros habe er selten auf dem Platz gesehen. "Ballesteros hat noch für sein Land gespielt, er ist ein großer Patriot, dem es einen Mordsspaß gemacht hat, beim Ryders Cup die USA zu schlagen", sagt Cass.

Dem Spanier bleiben noch zwei Jahre, bevor er sich entscheiden muss, ob er auf der Seniorentour eine zweite Karriere beginnen will: "Und diese Zeit will ich voll ausnutzen", sagt Ballesteros.

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