Race Across America
Radfahren, bis der Arzt kommt

Das Race Across America ist die härteste Veranstaltung im Amateursport - und die Fahrer zahlen auch noch Geld dafür. Auf einer Strecke von rund 5000 Kilometern kämpfen sie gegen die Uhr und den eigenen Körper. Ein Bericht über eines der letzten großen Abenteuer.

NEW YORK. Über Träume, die sich Menschen erfüllen, lässt sich nicht streiten. Oder vielleicht doch? "5000 Kilometer zu acht eingepfercht in einem Wohnwagen und einem Minibus. Sechs Stunden pro Tag oder bei Nacht auf dem Rad, bei Regen, bei Nacht, bei sengender Hitze im Death Valley, durch die Rockies, ständig wachsam - im Kampf gegen die Uhr, die Müdigkeit." So beschreibt Rolf Nett, was vor ihm liegt. Sein großes Abenteuer.

Gemeinsam mit drei Mitstreitern nimmt der 56-Jährige aus Buchholz im Westerwald zum ersten Mal an dem berüchtigten Radrennen "Race Across America" (RAAM) teil, das gestern begonnen hat und einmal quer durch die USA führt. Es ist ein Rennen der Extreme - sportlich und finanziell. Die Teilnehmer legen mehr als 3000 Meilen zurück. Der tiefste Punkt der Strecke liegt 50 Meter unter dem Meeresspiegel, der höchste 3000 Meter darüber.

Anders als bei der Tour de France, bei der es offizielle Ruhepausen gibt, radeln die Teilnehmer permanent gegen die Uhr. Die ersten Solofahrer kommen nach acht bis neun Tagen ins Ziel. Der österreichische Abenteurer Wolfgang Fasching kennt sich mit Strapazen aus: Er hat sowohl den Mount Everest bestiegen als auch als Solofahrer das RAAM bewältigt. "Der Everest ist gefährlicher, aber das RAAM ist viel härter", sagt er.

Von den rund 250 Teilnehmern wird auch in diesem Jahr wahrscheinlich wieder die Hälfte unterwegs aufgeben. Es ist rational kaum zu erklären, dass die Fahrer für die enorme Anstrengung auch noch viel Geld bezahlen: Der Veranstalter beziffert die Teilnahmekosten auf mindestens 20000 Dollar. Damit dürfte RAAM zu den teuersten Amateursportveranstaltungen der Welt gehören.

Die Startgebühr beträgt in diesem Jahr für Solofahrer 2395 Dollar, ein Vierer-Team zahlt 5795 Dollar. Hinzu kommen Kosten für Begleiter und Assistenten, Flüge, Hotelzimmer, Ausrüstung, Transportfahrzeug und nicht zuletzt ein Wohnmobil, das entlang der Strecke für die kurzen Schlafpausen zur Verfügung steht. In einem Biker-Forum klagt ein Fahrer, er gebe allein für Benzin mehr als 3000 Dollar aus.

Seite 1:

Radfahren, bis der Arzt kommt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%