Radsport Bahnrennen
Fünf Medaillen als Zielvorgabe bei Bahnrad-WM

Noch beherrschen Streitigkeiten die Schlagzeilen im deutschen Bahnrad-Lager, doch bei der heute beginnenden WM im polnischen Pruszkow soll der Sport wieder im Vordergrund stehen.

Bei der WM soll der Startschuss in eine rosigere Zukunft fallen, doch im deutschen Bahnrad-Lager ist neuer Ärger vorprogrammiert. Wenn bei den Titelkämpfen im polnischen Pruszkow von Mittwoch bis Sonntag (25. bis 29. März) der Bahn-Vierer und die Teamsprinter auf das Holzoval gehen, bleibt den beiden Stars Robert Bartko und Maximilian Levy nur die Zuschauerrolle - eine Situation mit viel Konfliktpotenzial.

"Es hat sich in der Saison schon angedeutet, dass die Verantwortlichen die harte Linie fahren. Damit muss ich leben", kommentiert der Sydney-Olympiasieger Bartko die Entscheidung, dass er beim Neuaufbau des Vierers keine Rolle mehr spielt. Dass Burckhard Bremer, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) den dreimaligen Weltmeister namentlich für die verpasste Olympia-Qualifikation verantwortlich gemacht hat, will der Potsdamer so nicht stehen lassen.

"Es gibt auf jeden Fall Gesprächsbedarf. Ich werde zu gegebener Zeit auf die Äußerungen von Bremer reagieren", sagt Bartko, der in der 4 000-m-Einerverfolgung starten wird und dort an seine alten Glanzzeiten anknüpfen will. Ob der Vierer aber ohne Bartko besser aufgestellt ist, bleibt fraglich. Im Weltcup fuhr die vom neuen Bundestrainer Andreas Petermann zusammengestellte Mannschaft jedenfalls der Weltspitze weiter hinterher.

Diskussionen um Besetzung der Teamsprint-Mannschaft

Unruhe herrscht auch im Sprint-Lager. Nachdem Bundestrainer Detlef Uibel und Deutschlands derzeit bester Sprinter Levy während der Weltcup-Saison ihren persönlichen Streit ausgetragen hatten, folgte nun für den früheren Junioren-Weltmeister die Streichung aus der Teamsprint-Mannschaft, die in Peking noch mit Bronze für einen der wenigen Lichtblicke gesorgt hatte. Robert Förstemann (Gera) erhielt anstelle von Levy den Vorzug.

"Es hat mich überrascht, dass ich im Teamsprint nicht dabei bin. Für mich gibt es dafür keine Erklärung", sagt Levy und ergänzt: "Mein Verhältnis mit Uibel ist nicht das beste. Da muss man keinen Hehl daraus machen und wird durch so eine Sache natürlich nicht besser." BDR-Vizepräsident Udo Sprenger macht sportliche Gründe für den Wechsel bei den Teamsprintern verantwortlich: "Es hat sich schon bei der letzten WM und bei Olympia gezeigt, dass Rene Enders einen sehr schnellen Antritt hat. Da kommt Levy nicht hinterher."

Stefan Nimke (Schwerin), Schlussfahrer im Teamsprint, kann die Begründung nicht ganz nachvollziehen. "Man kann nicht sagen, dass Robert Förstemann schneller ist als Maximilian Levy, weil es keine Ausscheidung gegeben hat", bemängelt der Olympiasieger von Athen. Vor Peking hatte es übrigens ein derartiges Duell um den zweiten Platz im "Dreier" gegeben - Levy war damals schneller.

Sprenger: "Fünf Medaillen sollten es schon sein"

Ob Förstemann oder Levy - eine Medaille ist jedenfalls fest eingeplant, ansonsten ist die ohnehin schon vorsichtige Zielsetzung in Gefahr. "Fünf Medaillen sollten es schon sein. Dann wäre ich sehr zufrieden", äußert Sprenger seine Erwartungshaltung. Angesichts des aufgeblähten Programms mit nun 19 Entscheidungen wäre alles andere aber auch eine Enttäuschung.

Die größten Hoffnungen ruhen beim BDR auf den Olympia-Zweiten Roger Kluge (Cottbus), der im Punktefahren, Scratch oder im Madison mit Olaf Pollack (Cottbus) zu den Medaillenanwärtern gehört. Im Frauen-Bereich ist unterdessen nicht mit großen Sprüngen zu rechnen. Interessant dürfte sein, wie sich Junioren-Weltmeisterin Kristina Vogel (Erfurt) bei ihrem Debüt bei den Seniorinnen schlägt.

© SID

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