Radsport
Das große Nachbeben

Nach der Armstrong-Bestrafung gehen die Beben im Radsport weiter. Bis zum Wochenende will die US-Anti-Doping-Behörde USADA ihren Bericht über den Armstrong-Arzt Ferrari vorlegen, im Januar beginnt der Fuentes-Prozess.
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BerlinDer Name Armstrong fiel auf dem Podium in Paris bei der feierlichen Präsentation der 100. Tour de France nicht. Trotzdem war der Texaner am Mittwoch in der Radsport-Hauptstadt im Palais des Congrès allgegenwärtig. Die Branche wird von weiteren Erschütterungen auch nach der Aberkennung aller Armstrong-Siege nicht verschont bleiben.

Die Staatsanwaltschaft Padua will zeitnah ihren Bericht zum bereits lebenslang gesperrten Armstrong-Mediziner Michele Ferrari vorlegen. Am 28. Januar beginnt in Spanien der Prozess gegen den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes und seine Helfer.

USADA-Chef Travis Tygart, der dem Weltverband die gegen Armstrong ausgesprochenen Strafen zur Ratifizierung vorgelegt hatte, kritisierte die UCI nach einem erstem Lob für ihr Verhalten. „Sie versuchen einfach nur von ihrem eigenen Versagen in dieser traurigen Saga abzulenken und diejenigen, die das Radfahren und einen sauberen Sport lieben, sollten dies nicht erlauben“, teilte Tygart dem englischen „Guardian“ in einer Email mit.

Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte mit ihrem Bericht und zahlreichen Zeugenaussagen maßgeblich zum Sturz des ehemals umjubelten Seriensiegers beigetragen. Die UCI hatte nach ihrer Entscheidung am Montag bemängelt, dass die Veröffentlichung „übertriebene Sprache“ und „unkorrekte und unvollständige Aussagen“ enthalte.

Zudem hätten die gesammelten Beweise nach Ansicht des Weltverbandes, dem einige Zeugen Komplizenschaft zu Armstrong unterstellt hatten, von einer neutralen Stelle geprüft werden sollen. Das hätte nach UCI-Ansicht am besten der Internationale Sportgerichtshof CAS getan.

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