Radsport
Deutscher Arzt soll in Dopingskandal verstrickt sein

Der Doping-Skandal um Radsportler Jan Ullrich greift auf Deutschland über: Ein deutscher Mediziner aus dem Südharz soll Lieferant des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes zu sein, der seinerseits zahlreiche Radprofis mit Dopingmitteln versorgt haben soll. Wohnung und sein Arbeitsplatz des Deutschen wurden durchsucht.

HB GÖTTINGEN. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Hans-Hugo Heimgärtner, sagte am Donnerstag, gegen den Mediziner sei ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz eingeleitet worden. Auslöser seien Erkenntnisse gewesen, die das Bundeskriminalamt und spanische Behörden im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Fuentes in Spanien gewonnen hätten. Die Ermittlungen richteten sich allerdings nicht gegen Jan Ullrich oder andere Radsportler, betonte der Oberstaatsanwalt.

Nach Angaben von Heimgärtner wurden das Wohnhaus des Mediziners im niedersächsischen Bad Sachsa und sein Arbeitsplatz in einer Klinik im thüringischen Bleicherode am Donnerstagvormittag von Beamten des Bundeskriminalamtes und von externen Dopingsachverständigen durchsucht. Dabei habe man umfangreiche Unterlagen beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet würden, sagte der Oberstaatsanwalt.

Die Klinik, in der der Arzt arbeitet, gehört zum Helios-Konzern, der sich in einer ersten Stellungnahme bestürzt über die Ermittlungen zeigte. Ein Heilos-Sprecher sagte dem Mitteldeutschen Runfunk (MDR) , die Ermittlungen gegen den Mitarbeiter seien „ein Imageschaden“ für den Konzern. Ob man sich von dem Arzt trennen müsse, sei noch offen. „Für eine solche Entscheidung ist es noch zu früh“, sagte der Sprecher. Der Mediziner sei beurlaubt worden.

Nach MDR-Informationen ist der Mediziner Chefarzt in der Helios-Klinik. Er solle unter anderem ein die Kortisonproduktion stimulierendes Medikament aus deutscher Herstellung nach Spanien verschickt haben. Das Medikament sei bei Dopingrazzien in Spanien aufgefunden worden. Die Göttinger Staatsanwaltschaft wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren.

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