Radsport Deutschland-Tour
Cunego gewinnt vierte Etappe der Deutschland-Tour

Der frühere Giro-Sieger Damiano Cunego setzte sich in Sonthofen im Sprint durch und holte den Sieg bei der vierten Etappe der Deutschland-Tour. Jens Voigt weiter im gelben Trikot, Erik Zabel ist nicht mehr Sprintbester.

Damiano Cunego hatte den längsten Atem: Der frühere Giro-Sieger setzte sich im Schlussspurt der vierten Etappe der Deutschland-Tour durch. Nach 183,8km von Singen nach Sonthofen siegte der Italiener vom Lampre-Fondital-Rennstall vor Gerolsteiner-Profi Davide Rebellin und dem Spanier David Lopez Garcia.

Das Gelbe Trikot trägt weiter der CSC-Profi Jens Voigt (Berlin), der allerdings in Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara (Schweiz) und dem Giro-Zweiten Andy Schleck (Luxemburg) krankheitsbedingt zwei wichtige Helfer verlor. Der Berliner musste 20km vor dem Ziel am 1420m hohen Riedbergpass abreißen lassen, und kam mit fünf Sekunden Rückstand auf Cunego ins Ziel. Immerhin konnte Voigt noch den Anschluss zum Tour-Dritten Levi Leipheimer (USA/Discovery Channel) halten, während Vizeweltmeister Erik Zabel (Unna/Milram) das Rote Trikot des Spitzenreiters in der Sprintwertung an Jose Joaquin Rojas Gil (Spanien/Caisse d'Epargne) verlor.

"Das war schwerer als erwartet. Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Ich musste zum Schluss viel arbeiten, um den Rückstand in Grenzen zu halten", meinte Voigt, der in einer 25-köpfigen Verfolgergruppe das Ziel erreichte.

"Der Ausfall von Schleck wiegt schwer"

Zu den Ausfällen von Andy Schleck und Fabian Cancellara sagte CSC-Sportdirektor Kim Andersen: "Beide waren heute entkräftet. Wir wissen noch nicht genau, was sie haben", Vor allem der Ausfall von Schleck wiegt schwer. Bei Fabian ist es nicht so schlimm, weil er schon seine Arbeit gemacht hat."

Schleck war als wichtigster Voigt-Helfer für die Königsetappe vorgesehen und sollte womöglich selbst in den Kampf ums Gelbe Trikot eingreifen. Der Luxemburger quälte sich am Montag 50km. Nachdem er sich aber viermal übergeben musste, beendete er das Rennen. Der Schweizer Cancellara war erst gar nicht mehr an den Start gegangen. Er hatte aber vor allem im Mannschaftszeitfahren am Samstag einen erheblichen Beitrag zum Sieg des CSC-Team geleistet.

Leipheimer nur 27 Sekunden zurück

"Morgen ist für mich der Tag der Wahrheit", sagte Voigt. Wohl wahr, bleibt es doch abzuwarten, ob der Berliner wie beispielsweise im Vorjahr in St. Anton mit den Bergspezialisten mithalten kann. Sein größter Rivale dürfte Leipheimer sein, der nur 27 Sekunden zurück im Gesamtklassement platziert ist. Der US-Amerikaner hatte bereits 2005 beim letzten Aufstieg zum Rettenbachferner triumphiert, damals übrigens vor Georg Totschnig und Jan Ullrich.

Ausruhen war für die Favoriten auf der vierten Etappe nicht angesagt: Das Feld schlug bei der Verfolgungsjagd auf die beiden Ausreißer Mariusz Witecki (Polen) und Piet Rooijakkers (Niederlande) ein hohes Tempo an und lag teilweise unter dem schnellsten Stundenmittel der Marschtabelle. Witecki/Rooijakkers hatten zwischenzeitlich zehm Minuten herausgefahren, wurden aber am Riedbergpass wieder eingeholt.

Zwei schwere Stürze bei der Abfahrt

Bei der Abfahrt ist es dann zu zwei schweren Stürzen gekommen. Der Kolumbianer Rigoberto Uran (Unibet) raste geradewegs den Abhang hinunter und verletzte sich an der Schulter. Auch der Österreicher Gerrit Glomser (Volksbank) kam zu Fall.

Am Mittwoch steht die Königsetappe der Deutschland-Tour auf dem Programm. Auf der fünften Etappe über 157,6km von Sonthofen ins Ski-Mekka Sölden liegt das Ziel in 2650m Höhe auf dem Rettenbachferner.

© SID

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