Radsport Deutschland-Tour
Deutschland-Tour überzeugt Radsport-Fans

Die jüngsten Doping-Skandale schadeten dem Ruf des Radsports immens. Die aktuelle Deutschland-Tour stößt bei den Zuschauern dennoch auf Interesse. An der Strecke wie vor dem Fernseher. ARD-Lob für den Anti-Doping-Kampf.

Die Stimmung war schlecht. Als vor einer Woche im verregneten Saarbrücken der Startschuss zur Deutschland-Tour 2007 fiel, war für so manchen Experten der Anfang vom Ende eingeläutet. Im Zuge der jüngsten Doping-Skandale schien das größte deutsche Radsport-Ereignis nur noch ein Auslaufmodell zu sein. Die Skepsis war groß, die Aussichten waren alles andere als rosig.

Doch wenige Tag vor Ende der Rundfahrt haben sich die Mienen der Veranstalter deutlich aufgehellt. Die Zuschauerresonanz an der Strecke ist unvermindert groß, das Fernsehen erzielt stattliche Quoten und für den strikten Anti-Doping-Kampf ernten Organisator Kai Rapp und sein Team viel Zustimmung. Der Hamburger scheute sich auch nicht davor, das zweitklassige Elk-Haus-Team wieder auszuladen, nachdem die Österreicher die Auflagen nicht erfüllt hatten.

Edeka wollte nicht in Erscheinung treten

Die Deutschland-Tour - sollte sie Bestand haben - kann weiter auf T-Mobile als Sponsor zählen. Der Vertrag läuft noch bis 2008 und bringt jährlich 300 000 Euro ein. Bei anderen Geldgebern sieht es nicht so gut aus. Das Unternehmen Edeka erfüllt zwar den dieses Jahr auslaufenden Vertrag, wollte aber nicht in Erscheinung treten. Auf dem Gelben Trikot steht anstatt des Firmen-Schriftzugs nun die Anti-Doping-Kampagne: "Bleib sauber".

Eine saubere Tour hat auch die ARD gefordert, die ihre TV-Übertragungen von strikten Kontrollen bis hin zum Chaperon-System (ein Aufpasser begleitet den Fahrer vom Ziel bis zum Test) abhängig gemacht hatte. Bislang lief alles reibungslos, wie ARD-Sprecher Rolf-Dieter Ganz feststellt: "Die Organisatoren geben sich sehr viel Mühe, sind sehr kooperativ und machen in Sachen Doping Ernst."

1,21 Mill. Zuschauer sahen Königsetappe

Die Quoten liegen derzeit zwischen zehn und zwölf Prozent, nur wenig unter dem Niveau des Vorjahres. Am Dienstag verfolgten im Schnitt 1,21 Mill. Zuschauer (Marktanteil 12,4 Prozent) den Verlauf der Königsetappe zum Rettenbachferner, das bis dahin beste Ergebnis.

Auch an der Strecke ist von Radsport-Verdruss nur wenig zu spüren. So waren am vergangenen Sonntag im Schwarzwald über 400 000 Zuschauer auf den Beinen. "Ich habe das Gefühl, dass uns die Leute nach wie vor die Treue halten", schilderte Vize-Weltmeister Erik Zabel seinen Eindruck, und Titelverteidiger Jens Voigt meinte: "Der Zuspruch ist ungebrochen."

Tour-Zukunft hängt vom Fernsehen ab

5,5 Mill. Euro beträgt derzeit der Etat der Tour. Ihre Zukunft hängt weitgehend vom Engagement des Fernsehens ab, eine Entscheidung fällt bei der ARD nicht vor November. Sollte es 2008 zur zehnten Auflage seit der Wiederbelebung 1999 kommen, würde sich der Termin wegen der Olympischen Spiele auf Ende August verschieben.

© SID

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