Radsport Deutschland-Tour
Gerdemann erklimmt "Königsetappe" als Erster

Linus Gerdemann (Columbia) hat die erste Etappe der Deutschland-Tour gewonnen. Der 25-Jährige entwischte dem Feld auf dem Schlussanstieg und trägt am Sonntag das Gelbe Trikot.

Linus Gerdemann hat die "Königsetappe" der Deutschland-Tour als Erster bewältigt und seine Ambitionen auf den Gesamtsieg unterstrichen. Der 25-Jährige vom US-Team Columbia setzte sich bei der anspruchsvollen Bergankunft im österreichischen Hochfügen mit einem Alleingang auf dem 13km langen Schlussanstieg durch. Der gebürtige Münsteraner und Wahl-Freiburger durfte sich das Gelbe Trikot des Spitzenreiters überstreifen und verschaffte sich auf dem ersten Teilstück schon ein komfortables Polster für den Kampf um den Gesamtsieg.

"Das war ein Sieg des Willens. Nach meiner langen Verletzung im Frühjahr konnte man nicht damit rechnen", sagte Gerdemann, der bei einem Sturz bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico im März einen doppelten Beinbruch erlitten hatte. Auf dem Weg zum Tagessieg am Samstag hatte den letztjährigen Touretappensieger sogar noch ein Kopfhörer-Kabel, das sich in der Kette verfangen hatte, leicht gebremst. "Das hat mich sicher 30 Sekunden gekostet. Das ist natürlich ärgerlich, denn es geht im Kampf um den Gesamtsieg um jede Sekunde."

Jens Voigt enttäuscht

Zweiter der 178km langen Etappe von Kitzbühel ins Zillertal wurde Gerdemanns Mannschaftskollege Thomas Lövkvist (Schweden), der damit den Doppelerfolg für das T-Mobile-Nachfolgeteam perfekt machte. Auf den dritten Platz fuhr der Slowene Janez Brajkovic.

Dagegen fiel Jens Voigt (Berlin/CSC) bereits zu Beginn des Schlussanstiegs zurück und musste nach seinen Gesamtsiegen in den beiden Vorjahren alle Hoffnungen auf einen "Hattrick" begraben.

In der Gesamtwertung führt Gerdemann ebenfalls vor Lövkvist. Den Prolog am Vortag in Kitzbühel, den der Australier Brett Lancaster für das deutsche Milram-Team gewann, hatte Gerdemann mit vier Sekunden Rückstand auf dem siebten Platz beendet.

Erster Ausreißversuch misslang

Zu Beginn der Etappe hatten vier Fahrer einen Fluchtversuch unternommen und über rund 150km die Spitzengruppe gebildet. Der Kölner Dominik Roels vom Team Milram, der Cottbuser Daniel Musiol vom österreichischen Volksbank-Rennstall, der Däne Kasper Klostergaard (CSC) und der Franzose Jeremy Roy (Francaise des Jeux) hatten dabei bis zu fünf Minuten Vorsprung auf das Feld, konnten diesen aber nicht in den Schlussanstieg retten. Kurz vor der entscheidenden Phase des Rennens wurde das Quartett gestellt.

Mit der zweiten Etappe am Sonntag erreicht die neuntägige Rundfahrt deutschen Boden. Vom Start im Münchner Olympiapark geht es über 182,6km zur deutlich leichteren Bergankunft auf dem Hesselberg (595m) in Mittelfranken. Der drei Kilometer lange Schlussanstieg hat eine durchschnittliche Steigung von sechs Prozent, wobei der letzte Kilometer sogar zehn Prozent steil ist.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%