Radsport Deutschland-Tour
Gusew gewinnt Prolog der Deutschland-Tour

Den Sieg beim Prolog der 30. Deutschland-Tour hat sich in Düsseldorf Wladimir Gusew gesichert. Über 5,5 Kilometer verwies der russische Radprofi die beiden Deutschen Linus Gerdemann und Sebastian Lang auf die Plätze.

Der Russe Wladimir Gusew hat den Prolog der 30. Deutschland-Tour in Düsseldorf gewonnen und den einheimischen Jungstars die Show gestohlen. Der 24-Jährige vom Discovery-Team holte sich bei widrigen Witterungsverhältnissen mit nur neun Hundertstelsekunden Vorsprung auf T-Mobile-Hoffnungsträger Linus Gerdemann (Köln) den Prologsieg über 5,5km quer durch Düsseldorf und ist damit erster Träger des Gelben Trikots der diesjährigen Rundfahrt. Dritter wurde der deutsche Zeitfahrmeister Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner (6:43).

Gerdemann über eigene Leistung verblüfft

Als Siebtletzter war Gusew auf die Strecke gegangen und rettete sich dabei kurz vor dem einsetzenden Regen noch ins Ziel. Bis dahin hatte lange Zeit Gerdemann in Führung gelegen. "Eigentlich liegt mir eine so kurze Distanz nicht, aber ich habe mich sehr gut vorbereitet", meinte der Kölner Jungprofi und zeigte sich über die Zeit verblüfft. Sogar Zeitfahrspezialist Lang, der eine Minute später auf die nasse Strecke ging, biss sich an dieser Zeit die Zähne aus.

Passabel zog sich auch Sprinter Erik Zabel aus der Affäre, der in 6:57 Minuten noch unter der Sieben-Minuten-Grenze blieb. Durch mögliche Zeitbonifikationen winkt dem früheren Vize-Weltmeister auf den anstehenden Flachetappen sogar das Gelbe Trikot. "Ich war nie der große Zeitfahrer. Heute hatte ich aber mit dem Wetter ein wenig Glück", bekannte Zabel. Pech hatten dagegen Patrik Sinkewitz, der Sieger von 2004, und Titelverteidiger Levi Leipheimer, die im Regen starteten und beide nicht unter sieben Minuten blieben.

Pünktlich zum Start um 13.40 Uhr setzte in Düsseldorf der Regen ein und bescherte den Fahrern schwierige Bedingungen. Auf dem winkligen Kurs über zwei Brücken herrschte extreme Rutschgefahr, was einige Stürze zur Folge hatte. Am schlimmsten erwischte es dabei Gerolsteiner-Profi und Geheimfavorit Stefan Schumacher, der in einer Kurve zu Fall kam. Der zweimalige Giro-Etappensieger musste anschließend sogar das Rad wechseln und verlor dabei fast zweieinhalb Minuten auf die Spitzenfahrer.

"Schlechter konnte man nicht starten"

"Ich bin extra langsam um die Kurve gefahren, aber das war wie Glatteis. Ich bin 30, 40 Meter gerutscht, hatte einen Platten und die Kette ist auch noch verrutscht. Schlechter konnte man nicht in die Rundfahrt starten. Mein Ziel war eine Top-Ten-Platzierung und ein Etappensieg. Jetzt ist wohl nur noch Letzteres möglich", haderte Schumacher. Das gleiche Schicksal teilten auch Milram-Profi Daniel Becke (Erfurt) und der Kasache Andrej Kaschechkin vom Astana-Team.

Am Mittwoch wird die Deutschland-Tour mit der ersten Etappe von Düsseldorf nach Bielefeld fortgesetzt. Über 198,2km ist überwiegend flaches Terrain zu bewältigen, sodass sich die Sprinter Hoffnungen auf eine Massenankunft machen dürfen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%