Radsport Deutschland-Tour
Voigt hat Gesamtsieg vor Augen

Jens Voigt konnte bei der Deutschland-Tour seinen Vorsprung durch den Sieg im Zeitfahren noch einmal ausbauen. Der Berliner liegt vor der letzten Etappe nun fast zwei Minuten vor Levi Leipheimer.

Für Jens Voigt ist die Wiederholung seines Vorjahressieges bei der Deutschland-Tour nur noch Formsache. Der CSC-Profi war im Einzelzeitfahren über 33,1km rund um Fürth nicht zu schlagen und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus. Damit darf sich Voigt am Samstag in Hannover aller Voraussicht erneut als Gesamtsieger feiern lassen.

"Es ist schön, zum Abschluss noch den Sieg im Zeitfahren zu holen. Dass ich der Erste bin, der die Rundfahrt zweimal gewinnen wird, ist was für die Geschichtsbücher. Ich freue mich in erster Linie über den Sieg", meinte Voigt nach seinem Triumph.

Keine Chance für die Konkurrenz

Erwartungsgemäß ließ sich Voigt im Kampf gegen die Uhr das Gelbe Trikot nicht mehr nehmen. Der Berliner ließ der Konkurrenz in 39:42 Minuten keine Chance und feierte seinen 56. Profisieg. Zweiter im Zeitfahren mit einem Rückstand von 14,84 Sekunden wurde der Ungar Laszlo Bodrogi, weitere elf Sekunden zurück folgte der Tour-Dritte Levi Leipheimer, der sich damit auf den zweiten Platz im Gesamtklassement schob. Der Rückstand des US-Amerikaners auf Voigt beläuft sich aber auf 1:57 Minuten.

Voigt unterstrich mit dem Sieg im Zeitfahren seine Dominanz während der gesamten Deutschland-Tour. Bereits am zweiten Tag hatte der 35-Jährige mit dem Sieg im Mannschaftszeitfahren das Gelbe Trikot übernommen und sich dieses auch im Hochgebirge nicht mehr abnehmen lassen. So zeigte Voigt mit seinem zweiten Platz auf der Etappe zum 2671m hohen Rettenbachferner hinauf, dem höchsten Punkt der Protour, sogar ungeahnte Kletterqualitäten.

Im Gegensatz dazu war das Zeitfahren vielmehr eine Pflichtaufgabe. Um 16:05 Uhr war Voigt von der Rampe gegangen. Schnell zeigte sich, dass der in der Gesamtwertung bis dahin auf Platz zwei liegende Spanier David Lopez Garcia nicht den Hauch einer Chance hatte. Am Ende verlor der Sieger der Königsetappe über eineinhalb Minuten auf Voigt.

"Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt. Nach der ersten Zwischenzeit habe ich schon gemerkt, dass es heute klappen könnte", meinte Voigt. Am ehesten konnte noch Leipheimer, der Deutschland-Tour-Sieger von 2005, dem Berliner in der Gesamtwertung gefährlich werden. Doch der Amerikaner war nach eigenen Angaben "zu müde nach der harten Tour de France".

Gute Vorstellung von Gerdemann

Eine gute Vorstellung lieferte auch T-Mobile-Profi Linus Gerdemann ab, der in 40:22 den fünften Platz belegte. Dagegen hatte Gerolsteiner-Profi Sebastian Lang Pech. Der Zeitfahrmeister raste in einer Kurve in die Ballustraden und verletzte sich an der Hüfte. Lang konnte weiterfahren, verlor aber viel Zeit.

Wenn am Samstag die Rundfahrt nach 1 292,5km in Hannover endet, ist zumindest bei den Sprintern noch Spannung garantiert. Erik Zabel und der Spanier Jose Joaquin Rojas Gil liegen im Kampf um das Rote Trikot mit 78 Punkten gleichauf. Unterdessen strebt T-Mobile-Sprinter Gerald Ciolek seinen dritten Etappensieg bei der diesjährigen Tour an.

Dass es in der niedersächsischen Landeshauptstadt zum Massensprint kommt, ist ziemlich wahrscheinlich. Kurz nach dem Start in Einbeck wartet nur noch ein Berg der dritten Kategorie, danach geht es bis zum Ende der 143,1km langen Etappe flach weiter.

© SID

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