Radsport Deutschland-Tour
Voigt rettet das Gelbe Trikot über die Berge

Auch nach der "Königsetappe" der Deutschland-Tour fährt Jens Voigt weiter im Gelben Trikot. Auf dem schweren Teilstück hinauf nach Sölden wurde der CSC-Profi Zweiter hinter David Lopez Garcia (Caisse d'Epargne).

Jens Voigt biss die Zähne zusammen und kämpfte um jede Sekunde, bevor er erleichtert den Zielstrich auf dem 2671m hohen Rettenbachferner überquerte. Der CSC-Profi hat sensationell auch in der Höhenluft von Sölden sein Gelbes Trikot verteidigt und fährt nun schnurstracks seinem zweiten Deutschland-Tour-Triumph entgegen. Der Berliner belegte auf der Fahrt über 157,6km von Sonthofen zum Ski-Mekka hinauf, dem höchsten Punkt der Protour, einen starken zweiten Platz und verlor dabei nur zwölf Sekunden auf den spanischen Tagessieger David Lopez Garcia.

"Ich hatte eine Riesenmoral. Am Ende muss da sowieso jeder alleine durch, das ist wie bei einem Bergzeitfahren", sagte Voigt anschließend. "Ich hoffe, dass ich das Gelbe Trikot bis nach Hannover tragen kann."

Voigt hat nun allerbeste Chancen, seinen Triumph aus dem Vorjahr zu wiederholen. Bis zum Finale am Samstag stehen keine nennenswerten Bergprüfungen mehr auf dem Programm. Einzig das Einzelzeitfahren am Freitag dürfte das letzte Hindernis zum Sieg sein, und da dürfte Voigt im Vergleich zum nun zweitplatzierten Lopez Garcia klare Vorteile haben, zumal sein Vorsprung stattliche 33 Sekunden beträgt.

Voigt lässt Cunego und Leipheimer stehen

Voigt, der am Montag auf dem Riedbergpass noch geschwächelt hatte, zeigte bei der Kletterpartie in den Alpen eine herausragende Leistung. Als die Spitzengruppe Kilometer für Kilometer immer kleiner wurde, konnte der 35-Jährige mit den Bergfahrern überraschend Schritt halten. Vielmehr ließ er sogar den früheren Giro-Sieger Damiano Cunego sowie den Tour-Dritten Levi Leipheimer wenige Kilometer vor dem Ziel quasi stehen.

Cunego verlor am Ende als Vierter 33 Sekunden auf Lopez Garcia. Leipheimer, der seinen zweiten Deutschland-Tour-Sieg nach 2005 anstrebte, büßte gar 1:10 Minuten ein. Dritter wurde der Niederländer Robert Gesink vom Team Rabobank.

Dabei standen die Vorzeichen für Voigt vor der Etappe noch schlecht, zumal Edelhelfer Andy Schleck am Montag krankheitsbedingt ausgestiegen war. So war der Mecklenburger schnell auf sich alleine gestellt, meisterte diese Herausforderung jedoch mit Bravour.

Gerdemann zahlt Lehrgeld

T-Mobile-Hoffnung Linus Gerdemann büßte derweil alle Chancen ein. Bereits neun Kilometer vor dem Gipfel konnte der Etappensieger der Tour de France das Tempo der Spitze nicht mehr mitgehen und verlor über fünf Minuten. Der gebürtige Münsteraner war ohnehin schon geschwächt in die Deutschland-Tour gegangen.

Bis zum Anstieg im Ski-Mekka Sölden waren alle Favoriten geschlossen im Feld gefahren. An der Spitze durften sieben Ausreißer um den Russen Wladimir Efimkin ihr Glück versuchen, doch ihr zwischenzeitlicher Vorsprung von vier Minuten schmolz am Schlussanstieg schnell dahin.

Keine Stürze am Dienstag

Im Gegensatz zum Vortag gab es diesmal keine schweren Stürze. Der Kolumbianer Rigoberto Uran, der am Montag den Abhang hinunter gerast und gegen einen Felsen geprallt war, wurde in Kempten operiert. Er hatte einen Bruch des linken Unterarms sowie eine Ausrissfraktur am rechten Ellenbogen erlitten.

Mehr Glück hatte der Österreicher Gerrit Glomser vom Volksbank-Team. Der 32-Jährige, der am Montag ebenfalls zu Fall gekommen war, erlitt lediglich eine Knieprellung und Hautabschürfungen im Rippenbereich. Am Dienstag war Glomser sogar an den Start gegangen, musste während der Etappe aber aufgeben.

Am Mittwoch sind vermutlich wieder die Sprinter am Zug. Auf der sechsten Etappe von Längenfeld nach Kufstein über 175km ist das Terrain überwiegend flach. Lediglich 20km vor dem Ziel ist in Schwoich ein Berg der dritten Kategorie zu meistern. Am Donnerstag verlässt die Deutschland-Tour dann Österreich wieder.

© SID

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