Radsport Deutschland-Tour
Zukunft der Deutschland-Tour wohl gesichert

Die Zukunft der Deutschland-Tour ist auch nach dem Ende der "Ära Jan Ullrich" gerettet. Das Rennen quer durch Deutschland bleibt weiterhin im Pro-Tour-Kalender. Eine angedachte Einstellung des Rennens wurde verworfen.

Auch nach dem vermeintlichen Ende der "Ära Jan Ullrich" bleibt die Deutschland-Tour ein fester Bestandteil im Protour-Kalender. Die Diskussionen über eine mögliche Einstellung der erst 1999 ins Leben gerufenen Rundfahrt haben sich trotz der spektakulären Dopingaffären schnell erledigt. Mit dazu beigetragen hat die wider Erwarten starke Resonanz des Publikums während der laufenden Rundfahrt. Im Fernsehen werden bei der ARD ähnlich gute Quoten registriert wie im Vorjahr mit Ullrich, und von den Strecken wurden trotz Dauerregens Zuschauerrekorde vermeldet.

"Es zeigt sich, dass der deutsche Radsport treue Fans hat", meinte Scharping als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) erfreut, und Publikumsliebling Jens Voigt ergänzte: "Die Zuschauer sind schlauer, als viele vielleicht glauben. Sie können sehr wohl unterscheiden, wer betrügt und wer ehrliche Arbeit abliefert." Auf den ersten beiden Etappen nach Bielefeld und Goslar standen mehr Fans am Straßenrand als zu den Glanzzeiten des inzwischen unter Dopingverdacht stehenden Ullrichs. "Was momentan passiert, erleben wir mit Glückshormonen. Das hätte sich auch anders darstellen können", sagt Kommunikations-Direktor Christian Hinzpeter. Dabei werden die Fahrer fast ausnahmslos positiv empfangen: "Sicherlich gibt es mal kritische Plakate oder Rufe, aber die treten vielleicht im Verhältnis 1:100 auf. Ansonsten herrscht eine tolle Stimmung, und das bei dem schlechten Wetter."

Einstellung der Radsport-Berichterstattung kein Thema mehr

Eine Einstellung der Radsport-Berichterstattung ist inzwischen bei der ARD kein Thema mehr. Dies liegt einerseits an den guten Quoten - an den ersten Tagen wurde ein Marktanteil von knapp zwölf Prozent registriert. Andererseits honorieren die ARD-Chefs auch das entschiedene Vorgehen der Verantwortlichen im Kampf gegen Doping.

"Von dem runden Tisch hatte ich eigentlich nicht viel erwartet. Aber wenn ich sehe, was an Maßnahmen beschlossen wurde, dann sind das Sicherheiten, die wir sehr begrüßen", sagte Fritz Pleitgen, Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR). "Wir haben gesehen, wie ernsthaft der Radsport an die Sache rangeht. Wenn es nun derartige Sicherheiten gibt, dann werden wir auch weiter übertragen."

Die ARD - der Vertrag läuft noch bis 2007 - wird also weiter auf Sendung gehen, damit ist auch die finanzielle Grundlage gesichert. "Die Sponsoren bleiben bei der Stange. Das ist alles sehr positiv", sagt Organisator Kai Rapp, der angesichts der jüngsten Dopingfälle mit einem mulmigen Gefühl zum Prolog nach Düsseldorf gekommen war.

Inzwischen sind die Zweifel auch bei Scharping, was die Zukunft betrifft, verflogen. "Der deutsche Radsport wird nach Ullrich nicht in ein Loch fallen. Wir haben vielversprechende Talente und sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt - das war früher anders." Mit früher meint Scharping die 80-er Jahre, als nach dem Ende des Booms um Didi Thurau auch die Deutschland-Tour still und leise 1982 wieder eingestampft wurde.

Inzwischen ist der Blick bereits auf 2007 gerichtet. So gibt es bereits Überlegungen, die nächste Deutschland-Tour wieder im Norden starten zu lassen.

© SID

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