Radsport DM
Jaksche von der Straßen-DM ausgeschlossen

Der Ansbacher Jörg Jaksche wird von den deutschen Straßenradmeisterschaften ausgeschlossen. Der BDR gab bekannt, das Präsidium werde "keinen unter Dopingverdacht stehenden Fahrer starten lassen".

Der Ansbacher Radprofi Jörg Jaksche wird von den deutschen Straßenmeisterschaften am Sonntag in Wiesbaden ausgeschlossen. Das Präsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gab am Donnerstag bekannt: "Allen mit Doping in Verbindung gebrachten Sportlern, darunter Jörg Jaksche, wird der Start untersagt."

Jaksche gilt als einer der am stärksten belasteten Profis in der spanischen "Operacion Puerto". Gegen den Wahl-Österreicher wird inzwischen auch von der Staatsanwaltschaft seiner Heimatstadt ermittelt. Der 30-Jährige bestreitet jedoch weiter jeden Betrug. Er fährt für das zweitklassige russisch-italienische Tinkoff-Team und steht als Nummer 48 auf der DM-Startliste.

Verbindung zu Dopingarzt Fuentes

Der Franke hat zwar die Verbindung zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zugegeben, dieser habe ihn jedoch nur "normal medizinisch betreut". In den Fuentes-Listen ist er aber - wie Jan Ullrich und der Italiener Ivan Basso - unter dem Codenamen "Bella Jorg" mehrmals aufgeführt, unter anderem als Konsument des Blutdoping-Programms. Tinkoff hatte ihn Anfang April verpflichtet, kurz vor dem diesjährigen Giro suspendiert, danach aber wieder fahren lassen.

Jaksche gehörte 1999/2000 zum Team Telekom, war ansonsten immer im Ausland unter Vertrag, in den letzten Jahren beim spanischen Team Liberty Seguros. Nach seinem dritten Platz bei der Tour de Suisse 2006 meldete er sich kurz vor dem Tour-Start "krank" aus dem Aufgebot ab und wurde vom Nachfolge-Team Astana nicht übernommen. Seinen größten Erfolg feierte der starke Rundfahrer 2004 mit dem Sieg von Paris-Nizza.

Teil des BDR-Antidopingprogramms ist der Beschluss, keine unter Dopingverdacht stehenden Fahrer bei Rennen unter Verbandshoheit starten zu lassen oder für internationale Auftritte zu melden. Jaksche besitzt eine österreichische Profilizenz.

Auch Kessler gestrichen

Zuvor war bereits der Nürnberger Matthias Kessler von der Teilnehmerliste gestrichen worden. Er war am 24. April beim Fleche Wallone positiv auf Testosteron getestet und von seinem Astana-Team bis zur B-Probe suspendiert worden. Kessler gehörte bei Telekom und T-Mobile viele Jahre lang mit Andreas Klöden zur "Kumpel-Fraktion" um Jan Ullrich und wechselte zu Saisonbeginn mit Klöden zu Astana. Der 28-Jährige wurde vom Weltverband UCI bei einer "Zielkontrolle"überführt, nachdem der kasachische Rennstall verstärkt unter Verdacht geraten war. So waren die Fahrer um Kapitän Alexander Winokurow als "Men in Black" beim Training unterwegs, um nicht so leicht identifiziert werden zu können - angeblich, um ihren Fans zu entgehen.

Auch in Italien nimmt die Jagd auf Verdächtige kurz vor Beginn der Tour de France scharfe Formen an. Sprintstar Alessandro Petacchi, der für Milram mit Erik Zabel die Doppelspitze in Frankreich bilden soll, muss am Montag vor dem Verband erscheinen. Er war beim Giro d'Italia positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden, weist zwar eine "Ausnahmegenehmigung" vor, deren Grenzwert aber deutlich überschritten war. Der 33-Jährige muss nun um den Tourstart bangen.

Ins Fadenkreuz der Ermittler gerät auch immer mehr Giro-Sieger Danilo Di Luca. Die Polizei von Florenz hat Staatsanwalt Paolo Ferraro ein 572-seitiges Dossier übergeben. Der Liquigas-Kapitän wird dazu durch ein Video vom März 2004 belastet, das ihn mit dem skandalumwitterten Sportmediziner Carlo Santuccione zeigt, einem Fuentes-Vertrauten.

© SID

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