Radsport DM
Straßenrad-DM droht Doping-Dilemma

Anhaltende Doping-Schlagzeilen und die Suche nach Favoriten rücken die 78. deutschen Straßenrad-Meisterschaften in Wiesbaden in ein unklares Licht. Titelchancen werden Lokalmatador Patrik Sinkewitz eingeräumt.

Die ständigen Doping-Schalgzeilen werfen ihre Schatten auf die 78. deutschen Straßenrad-Meisterschaften in Wiesbaden. Deshalb drohen die sportlichen Leistungen des letzten Härtetests vor dem Saisonhöhepunkt, der Tour de France, zu einem Randthema zu verkommen. Die positive Dopingprobe von Astana-Profi Matthias Kessler und die schweren Anschuldigungen gegen BDR-Vizepräsident Udo Sprenger, der zugleich Organisator der Titelkämpfe in Wiesbaden ist , halten die Szene weiter in Atem.

Immerhin hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) alle Möglichkeiten ausgeschöpft, weitestgehend für eine saubere Veranstaltung zu sorgen. Er veranlasste eine Erhöhung der Zielkontrollen und untersagte zugleich allen mit Doping in Verbindung gebrachten Sportlern den Start. So wurde neben dem von Astana bereits suspendiertem Kessler auch Jörg Jaksche aus der Startliste gestrichen.

Der Ansbacher steht wie Jan Ullrich unter Verdacht, in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Jaksche akzeptierte seinen Ausschluss und will sich nicht per Einstweiliger Verfügung ein Startrecht erstreiten.

Klödens Konzentration dient der "Tour"

Da auch Astana-Star Andreas Klöden auf einen Einsatz auf der 199,3km langen Schleife verzichtet und stattdessen seine ganze Konzentration auf die Tour-Vorbereitung richtet, ist ein Favorit im Vorfeld schwer auszumachen. Bei einer Sprintankunft hätten Milram-Profi Erik Zabel (Unna), T-Mobile-Hoffnung Gerald Ciolek (Köln) oder der Gerolsteiner Robert Förster (Markkleeburg) wohl die besten Karten. Gegen eine Massenankunft spricht allerdings das wellige Terrain durch den Taunus.

So rechnet sich Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher, Sieger des Amstel Gold Race im Frühjahr, gute Chancen aus. Teamchef Hans Michael Holczer hofft ohnehin schon seit Jahren auf den ersten Sieg eines seiner Fahrer bei den nationalen Titelkämpfen. "Ein ganzes Jahr im Meistertrikot zu fahren, ist eine große Ehre. Wir betrachten die DM als wichtige Bestandsaufnahme", sagte Holczer.

Lokalmatador Sinkewitz als T-Mobile-Kapitän

In den letzten beiden Jahren hatten mit Ciolek und Dirk Müller jeweils zwei krasse Außenseiter den Sieg errungen. Davor hatte zwölf Jahre lang das Telekom-Team den Titel unter sich ausgemacht. Diese Zeiten sind freilich vorbei, wie auch Sportdirektor Jan Schaffrath weiß: "Bei uns hat die deutsche Meisterschaft eine große Tradition, deshalb schicken wir alle elf deutschen Fahrer ins Rennen."

Als T-Mobile-Kapitän soll dabei Lokalmatador Patrik Sinkewitz fungieren. Auf heimischem Terrain hatte der Allrounder bereits bei seinem Sieg bei "Rund um den Henninger Turm" am 1. Mai geglänzt.

Als Einzelkämpfer muss sich dagegen der Berliner Jens Voigt behaupten. Als einziger Deutscher vom dänischen CSC-Team muss der Berliner ohne Unterstützung auskommen. "Das ist natürlich schwer, aber ich werde es trotzdem versuchen", sagte der Sieger der Deutschland-Tour 2006.

© SID

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