Radsport Doping
Basso will Doping nur geplant haben

Radprofi Ivan Basso hat auf einer Pressekonferenz am Dienstag Planungen zugegeben, sich für die Tour de France des Vorjahres zu dopen. Er bestritt aber zugleich, jemals wirklich gedopt zu haben.

Der italienische Radprofi Ivan Basso hat am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Mailand bestritten, jemals gedopt zu haben. Er habe allerdings geplant, sich für die Tour 2006 zu dopen und deshalb sein Blut beim Madrider Arzt Eufemiano Fuentes deponiert, sagte der 29-Jährige. Er gab zu, dass die in Madrid beschlagnahmten und mit dem Codenamen "Birillo" (dem Namen seines Hundes) beschrifteten Beutel sein Blut enthalten.

Namen anderer in die spanische Dopingaffäre verwickelter Fahrer habe er Staatsanwalt Ettore Torri nicht genannt, sagte der Lombarde. Damit scheint ein "Ende der Bunker-Mentalität" im internationalen Radsport, wie es sich nicht nur Dosb-Präsident Thomas Bach erhoffte, weiter Wunschdenken zu sein.

"Versuchung war eine Schwäche"

"Die Versuchung war eine Schwäche, die mich mein ganzes Leben verfolgen wird", erklärte er und drückte auf die Tränendrüsen. Nach einer Sperre wolle er seine Karriere "mit neuem Geist" fortsetzen: "Nach einem Jahr von großem menschlichen Leid habe ich beschlossen, meine Verantwortung zu übernehmen."

Er habe sich freiwillig dazu entschlossen und sei nicht unter Druck gesetzt worden. "Ivan konnte nicht mehr mit dieser Last leben. Daher hat er sich nach Beratung mit seiner Familie zum Geständnis entschlossen", sagte sein Anwalt.

Ermittlungen zeichnen anderes Bild

Das halbherzige Bekenntnis steht jedoch in krassem Widerspruch zu den Ermittlungen der spanischen Behörden in der "Operacion Puerto". Zuvor hatte die Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport berichtet, Basso habe schon im Jahr 2004 für Dopingmittel 41 000 Euro an Fuentes überwiesen, weitere 70 000 Euro im Jahr 2006. In den beschlagnahmten Fuentes-Listen wird Jan Ullrich der "Nummer 1" und Basso der "Nummer 2" unter den "Klienten für Blutentnahme und Reinfusion" zugeordnet.

Belastet wurde Basso zudem von einigen SMS, die er Fuentes nach dem Giro-Sieg 2006 geschickt hatte, durch abgehörte Telefongespräche sowie Hinweise auf Zahlungen über ein Schweizer Konto. Der Italiener hatte beim letztjährigen Giro-Triumph die Konkurrenz förmlich deklassiert, nur beim Einzelzeitfahren hatte er sich Ullrich beugen müssen. Trotzdem behauptete er nun: "Alle meine Erfolge habe ich auf ehrliche Weise errungen."

Basso bat um "Respekt" für seinen Beschluss, die Verantwortung zu gestehen, und zeigte sich zuversichtlich, dass seine Fans ihn begreifen und ihn weiterhin unterstützen werden: "Ich brauche mich nicht zu schämen. Ich habe mich entschuldigt und Schluss."

© SID

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