Radsport Doping
BDR muss Rückschlag im Anti-Doping-Kampf hinnehmen

Im Kampf gegen Doping musste der Bund Deutscher Radfahrer einen Rückschlag hinnehmen. Die bevorstehende Auflösung der erst kürzlich gegründeten Anti-Doping-Komission stellt die BDR-Verantwortlichen vor weitere Probleme.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) tritt im Anti-Doping-Kampf derzeit auf der Stelle. Mit der bevorstehenden Auflösung der erst vor zwei Monaten eingesetzten Anti-Doping-Kommission steht dem BDR in seinen Bemühungen um einen sauberen Sport ein neuerlicher Rückschlag ins Haus. Zuletzt hatte die Nominierung des dopingbelasteten Vize-Weltmeisters Erik Zabel für die in zwei Wochen beginnende Straßen-WM in Stuttgart (25. bis 30. September) für Kritik gesorgt.

Differenzen mit dem Verband

Auch das unabhängige dreiköpfige Gremium, das Anfang Juli zur Unterstützung der Anti-Doping-Maßnahmen im BDR berufen worden war, hatte sich gegen eine Nominierung Zabels ausgesprochen. Diese und andere Differenzen mit dem Verband führten nun offenbar zum Aus der Kommission, der Professor Fritz Sörgel als Leiter des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung, Richter Stephan Netzle vom Internationalen Sportgerichtshof CAS und Schwimm-Olympiasieger Michael Groß angehören. Eine offizielle Erklärung soll am Montag folgen.

Derweil kommt es am 22./23. Oktober in Paris zu dem mit Spannung erwarteten Krisengipfel im Radsport. Laut einer Mitteilung des französischen Sportministeriums werden dabei Vertreter des Radsport-Weltverbandes UCI, der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, der drei großen Rundfahrten (Tour, Giro und Vuelta) sowie einiger Radsport-Verbände über die Zukunft der von Doping-Skandalen erschütterten Sportart debattieren.

Bereits zum Ende der Tour hatte die Wada entsprechende Pläne für einen Krisengipfel präsentiert, war zu diesem Zeitpunkt aber noch auf harten Widerstand der UCI gestoßen. Der Weltverband hatte anfänglich einen "Schauprozess" gefürchtet, die Bedenken inzwischen jedoch aufgegeben.

Hart bleibt die UCI unterdessen im Fall des unter Doping-Verdacht stehenden spanischen Radstars Aejandro Valverde, der definitiv keine Starterlaubnis für die WM in Stuttgart erhalten wird. Der Weltverband beruft sich dabei auf Artikel 9.2002, wonach ein Fahrer, gegen den ermittelt wird, nicht bei der WM starten darf.

Valverde bestreitet Vorwürfe

Der spanische Radsport-Verband Rfec weigert sich dennoch, gegen den Tour-Sechsten Valverde ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Die UCI sieht allerdings Verdachtsmomente und verweigert daher Valverdes Start, solange die Angelegenheit nicht geklärt ist. Der Betroffene streitet jegliche Verwicklung in einen Dopingskandal ab.

Die UCI hatte nach der Sichtung der 6 000 Seiten umfassenden Akten aus der Operacion Puerto um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes eine mögliche Verbindung Valverdes zu Fuentes festgestellt und daraufhin dem Tour-Sechsten am 29. August die WM-Teilnahme verwehrt.

Die UCI forderte zugleich die Rfec auf, ein Ermittlungsverfahren gegen Valverde einzuleiten. Der spanische Verband will allerdings an der WM-Nominierung Valverdes festhalten. Dessen Manager Sanchez Sabater kündigte an, gegen die UCI juristisch vorzugehen, sollte sie den WM-Start weiter verhindern.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%