Radsport Doping
Boonen des Kokain-Missbrauchs überführt

Tom Boonen drohen strafrechtliche Konsequenzen. Der Paris-Roubaix-Sieger war am 26. Mai positiv auf Kokain getestet worden. Das bestätigte die belgische Staatsanwaltschaft.

Paris-Roubaix-Sieger Tom Boonen ist positiv auf Kokain getestet worden. Die belgische Staatsanwaltschaft bestätigte eine entsprechende Meldung der Tageszeitung Het Laatste Nieuws am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Kokainbesitzes gegen den Ex-Weltmeister. "Ihm drohen zwischen drei Monaten und fünf Jahren Gefängnis, wenn er für schuldig befunden wird", sagte Staatsanwaltschafts-Sprecherin Inge Delissen.

Boonens Test stammt aus einer Trainingskontrolle vom 26. Mai, zwei Tage vor dem Start der Belgien-Rundfahrt. Der Ex-Weltmeister fährt für das Quickstep-Team, das sich zunächst nicht zu dem Fall äußern wollte. Allerdings hat der Rennstall für Mittwochmorgen (10.30 Uhr) eine Pressekonferenz einberufen.

Für sein Vergehen kann Boonen zwar nicht gesperrt werden, da Kokain nur während eines Wettkampfes verboten ist. Dennoch haben die Organisatoren der Tour de Suisse den Sprinter vier Tage vor der Rundfahrt ausgeschlossen. Des Weiteren drohen strafrechtliche Konsequenzen.

"Die UCI wird nicht darauf bestehen, dass ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird", sagte ein Sprecher des Rad-Weltverbandes. Noch sei man über den Vorgang zwar nicht informiert, aber nach Regeln der UCI sowie der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada sei ein positiver Kokaintest außerhalb des Wettkampfes eben nicht strafbar.

Bereits im Januar war das Zimmer des 27-jährigen Belgiers in seinem Elternhaus in Postel wegen des Verdachts auf Kokain-Handels durchsucht worden. Sein damals positiv getesteter Landsmann Tom Vannoppen hatte ihn beschuldigt, das Kokain verkauft zu haben. Die Beamten fanden bei ihren Ermittlungen jedoch keinerlei Hinweise darauf.

Im Februar 2004 war der italienische Radstar Marco Pantani im Alter von 34 Jahren an einer Überdosis Kokain gestorben.

© SID

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