Radsport Doping
Contador kokettiert erneut mit Karriereende

Alberto Contador hat noch vor der Entscheidung über eine Dopingsperre erneut mit dem Gedanken an ein Karriereende gespielt. Er sei "dermaßen entmutigt", sagte der Tour-Sieger.

Noch vor der Entscheidung über eine Dopingsperre kokettiert Toursieger Alberto Contador erneut mit seinem Karriereende. "Ich bin dermaßen entmutigt, dass ich darüber nachdenke, unabhängig von der Entscheidung der UCI aufzuhören", soll Contador nach einem Bericht der spanischen Zeitung El Mundo dem Präsidenten des spanischen Radsportverbandes, Carlos Castano, gesagt haben.

Der 27-Jährige war während der Tour de France in A- und B-Probe positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden, führte dies aber auf den Verzehr von verunreinigtem Fleisch zurück.

Contador lehnt dreimonatige Sperre ab

Bereits am Wochenende hatte Contador damit gedroht, sein Rad in die Ecke zu stellen. "Wenn die Sache nicht positiv für mich verläuft, werde ich wohl kaum wieder aufsteigen", hatte Contador dem TV-Sender Telecino gesagt.

Der Weltverband UCI wollte den Fall Contador zunächst geräuschlos zu Ende bringen. Man hatte dem Spanier eine dreimonatige Sperre angeboten, die ihn im Winter ohnehin nicht getroffen hätte. Contador lehnte allerdings mit dem Hinweis ab, dass er unschuldig sei.

Rasmussen schlägt sich auf Contadors Seite

Einen Fürsprecher mit zweifelhaftem Ruf hat Contador in dem Dänen Michael Rasmussen gefunden. "Der Fall ist ein weiteres Beispiel für das Versagen des Systems. Das Rechtssystem im Anti-Dopingkampf lässt keinen Raum für Logik und Menschlichkeit", sagte Rasmussen. In einer normalen Gesellschaft müsse der Ankläger die Schuld beweisen, im Sport der Angeklagte seine Unschuld.

Der frühere Mountainbiker Rasmussen war 2007 als Träger des Gelben Trikots von der Tour de France ausgeschlossen worden. Er hatte im Vorfeld der Rundfahrt falsche Angaben über seinen Aufenthaltsort gemacht und wurde letztlich für zwei Jahre gesperrt. "Mir wäre es lieber, das System ließe einige schuldige Fahrer davonkommen, als dass es unschuldige bestraft", meinte Rasmussen, der noch immer seine eigene Unschuld beteuert.

© SID

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