Radsport Doping
Contador nicht zur Tour-Präsentation

Alberto Contador wird nicht zur Tour-Präsentation nach Paris fahren. Zuvor wies die Wada die Erklärung des spanischen Toursiegers bezüglich seiner positiven Dopingprobe zurück.

Toursieger Alberto Contador wird bei der Präsentation der Frankreich-Rundfahrt 2011 am 19. Oktober in Paris fehlen. Das verkündete ein Sprecher des Spaniers kurz nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) die Erklärung Contadors zurückgewiesen hatte, die Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol in seiner Dopingprobe seien auf den Genuss verunreinigter Lebensmittel zurückzuführen. "Diese Version haben wir schon in vielen Fällen gehört, das ist nichts Neues", sagte David Howman, der Generaldirektor der Wada, am Donnerstag in Montréal: "Die Frage ist: Kann Contador diese Behauptung beweisen? Ich fürchte, das wird ziemlich schwierig."

Wenn sich die Tour 2011 am 19. Oktober in Paris präsentiert, wird Contador nach derzeitigem Stand der Dinge jedenfalls fehlen. Die französische Sporttageszeitung L'Equipe zitierte seinen Sprecher Jacinto Vidarte dahingehend, Contador wolle lieber beim Start der Tour im Juli 2011 dabei sein und dafür auf die Streckenpräsentation in der kommenden Woche verzichten. "Er würde zu sehr die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen und damit der Veranstaltung schaden", sagte Vidarte. Man habe gehofft, die "Angelegenheit zwischen Alberto und der UCI" sei bereits vor der Präsentation abgeschlossen.



Wada-Generaldirektor Howman fordert baldigen Termin für Anhörung

Das wird wohl nicht mehr klappen, obwohl Wada-Generaldirektor Howman den Radsport-Weltverband UCI am Donnerstag aufforderte, möglichst bald einen Termin für die Anhörung Contadors anzusetzen. "Im Fall Floyd Landis hat es bis zur Anhörung ein Jahr gedauert. Das darf nicht noch einmal passieren." Die UCI hatte den Spanier nach Bekanntwerden der Testergebnisse vorläufig gesperrt. "Wenn uns das Ergebnis der Anhörung nicht gefallen sollte, werden wir sofort den CAS einschalten", sagte Howman.

Zuletzt hatten etliche Experten als Erklärung für den positiven Test auch eine möglicherweise kurz vorher durchgeführte Eigenbluttransfusion ins Spiel gebracht. So soll in einer von Contadors Proben ein zehnfach erhöhter Wert von Blutweichmachern festgestellt worden sein, was oftmals als Indiz für eine Bluttransfusion aus einem Plastikbeutel sprechen soll. Dem widersprach in Montréal der wissenschaftliche Wada-Direktor Olivier Rabin, der außerdem nicht bestätigen wollte, dass in Contadors Proben tatsächlich ein Blutweichmacher gefunden wurde.

Alberto Contador war am zweiten Ruhetag der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt am 21. Juli in Pau getestet worden. In A- und B-Probe des Spaniers wurden Spuren von Clenbuterol gefunden. Es handelt sich dabei um einen Wirkstoff aus der Gruppe der Sympathomimetika, der unter anderem zur Behandlung von Asthma verwendet wird. Contador hatte die Tour mit 39 Sekunden Vorsprung auf den Luxemburger Andy Schleck gewonnen.

© SID

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