Radsport Doping
D'Hont erneuert Dopingvorwürfe gegen Ullrich

Der ehemalige Telekom-Masseur Jef D'Hont hat seine Dopingvorwürfe gegen Ex-Radprofi Jan Ullrich erneuert: "Jan hat 1996 damit begonnen, Doping-Substanzen zu benutzen. Während der Tour waren es 30 000 Einheiten."

Der ehemalige Telekom-Masseur Jef D'Hont hat den zurückgetretenen Rad-Star Jan Ullrich erneut schwer belastet und neue Dopingvorwürfe gegen den Tour-de-France-Sieger von 1997 erhoben. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus (Montag-Ausgabe) habe Ullrichs langjähriger Betreuer und Vertrauter Rudy Pevenage den Doping-Missbrauch seines Schützlings gestanden. Pevenage habe in einem Gespräch mit D'Hont eingeräumt, dass Ullrich bei der Tour 1996 das Blutdopingmittel Epo benutzt habe, "weil das damals jeder machte". Mitschnitte von dem Gespräch sollen die Aussagen belegen.

Zudem räumte der Belgier Pevenage im Gespräch mit D'Hont entgegen früherer Behauptungen offenbar ein, den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes "seit 20 Jahren zu kennen". So soll es auch während des Giro d'Italia 2006 zu einem Telefonat mit Fuentes gekommen sein. D'Hont hatte mit seinem ersten Buch über systematisches Doping beim damaligen Team Telekom eine Welle von Geständnissen von Fahrern und schließlich auch den Mannschaftsärzten von der Freiburger Uniklinik ausgelöst.

D'Hont: "Während der Tour waren es 30 000 Einheiten"

Im Focus-Interview erneuerte D'Hont seine Vorwürfe gegen Ullrich: "Jan hat 1996 damit begonnen, Doping-Substanzen zu benutzen. Während der Tour waren es 30 000 Enheiten, 2000 alle zwei Tage."Ullrich hatte D'Hont gerichtlich die Behauptung untersagen lassen, er habe sich vom Masseur eine Epo-Spritze setzen lassen. "Jetzt zwingt Jan Ullrich mich jedoch dazu, mich zu verteidigen, denn ich habe die Wahrheit gesagt", erklärte der Masseur.

Meistens hätten die beiden ehemaligen Telekom-Teamärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid die Spritzen gesetzt. "Nur wenn sie nicht da waren, haben es andere übernommen. Es wurden Vitamine gespritzt, aber auch Epo und Wachstumshormone", so D'Hont.

© SID

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