Radsport Doping
Doping-Kronzeuge Landis reicht Klage ein

Medienberichten zufolge soll Floyd Landis im Namen der US-Regierung Klage eingereicht haben. Der ehemalige Radprofi soll Gebrauch vom Bundesgesetz False Claim Act gemacht haben.

Der ehemalige Radprofi Floyd Landis hat im Namen der amerikanischen Regierung Klage eingereicht. Das berichtet das Wall Street Journal. Genaue Inhalte der Klage sind nicht bekannt. Nach Angaben der Zeitung soll Landis nach dem Bundesgesetz False Claim Act gehandelt haben, das es US-Bürgern erlaubt, als sogenannte Whistleblower im Namen der Regierung zu klagen. Landis war in seiner Karriere unter anderem gemeinsam mit dem siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong für das Team US Postal gefahren, das von einer staatlichen Institution gesponsert wurde.

Die Regierung kann entscheiden, ob sie in den Fall einsteigt. Sollte eine Klage zum Erfolg führen, stünden Landis 30 Prozent des Schadenersatzes zu. "Dass Floyd Landis das wegen des Geldes tut, bestätigt alles, was wir schon über ihn wussten", sagte Armstrongs Sprecher Mark Fabiani: "Es ist uns ein absolutes Rätsel, warum die Regierung auch nur einen Penny an Steuergeldern verwenden sollte, um Landis in seinen widerwärtigen und betrügerischen Absichten zu unterstützen."

Landis hatte 2006 die Frankreich-Rundfahrt gewonnen. Der Titel wurde ihm jedoch aberkannt, nachdem er positiv auf Testosteron getestet worden war. Später bezichtigte Landis auch ehemalige Teamkollegen, darunter Armstrong, des Dopings.

Derzeit ermittelt Drogenfahnder Jeff Novtizky, ob auf Grundlage von Landis' Aussagen unter anderem Armstrong wegen des Verdachts auf Betrug und Verschwörung Anklage erhoben werden kann. Zwischen 2001 und 2004 hat US Postal fast 31 Mill. Euro an die Betreibergesellschaft des Teams, Tailwind Sports, gezahlt. Armstrong hatte einst zugegeben, Teilhaber von Tailwind zu sein, es aber später wieder bestritten.

© SID

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