Radsport Doping
Dopingskandal um Arzt Fuentes droht zu versanden

Der Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes droht zu versanden. Die Justiz werde nicht weiter in dem Fall ermitteln, erklärte der zuständige Madrider Staatsanwalt.

Der größte Dopingskandal der jüngeren Sportgeschichte um den spanischen Frauenarzt Eufemiano Fuentes droht zu versanden. "Wenn das Urteil endgültig ist, nach einer möglichen Berufung, dann ist es wahrscheinlich, dass am Ende die Blutbeutel und Beweise zerstört werden", sagte der zuständige Revisionsrichter am Oberlandesgericht Madrid, Arturo Beltran, der ARD-Sportschau und dem WDR-Magazin "sport inside" (Montag, 22.45 Uhr im WDR). Beltran hatte dafür gesorgt, dass das Verfahren gegen Fuentes im Frühjahr 2011 wieder aufgenommen wird.

Selbst die spanische Justiz rechnet nicht damit, dass neben den bekannt gewordenen Fällen aus dem Radsport im Zuge des weiteren Verfahrens Verbindungen weiterer Sportarten zu Fuentes aufgedeckt werden. "Wahrscheinlich könnte man schon ermitteln, welche Sportler bei Fuentes gedopt haben. Aber da dies für das Strafrecht nicht relevant ist, wurden diese Ermittlungen nicht durchgeführt. Und deshalb werden mit großer Wahrscheinlichkeit in dem Verfahren gegen Fuentes auch keine neuen Sportlernamen oder Sportarten auftauche", erklärte der für den Fall Fuentes zuständige Madrider Oberstaatsanwalt Eduardo Esteban.

Auch Fußballer sollen Fuentes-Kunden gewesen sein

Gleichzeitig behauptete der ehemalige spanische Radprofi Jesus Manzano, der selbst zu den Fuentes-Kunden gehört hatte, erneut, dass auch Sportler aus anderen Sportarten von Fuentes betreut worden seien. "Fuentes hatte andere Sportler. Leichtathleten, Ruderer und er selbst sprach von Fußballern", so Manzano. "Er erzählte uns, dass er mal beim Fußballklub Las Palmas Probleme hatte. Und außerdem fand man bei den Durchsuchungen einer der Wohnungen von Fuentes in Madrid Blutbilder von Fußballspielern."

Der Prozess um Eufemiano Fuentes soll im Frühjahr 2011 von der spanischen Justiz wieder aufgenommen werden. Im Jahr 2006 waren im Zuge von Ermittlungen und Durchsuchungen, der sogenannten "Operacion Puerto", bei Fuentes unter anderem Blutbeutel, codierte Namenslisten und verschiedene Dopingmittel sichergestellt worden. Insgesamt sollen sich rund 200 Athleten seiner Dienste bedient haben. Öffentlich bekannt geworden sind bislang allerdings nur Radprofis.

© SID

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