Radsport Doping
Gerdemann weist Doping-Verdächtigungen zurück

Linus Gerdemann hat nach den jüngsten Doping-Verdächtigungen seine Unschuld beteuert. Der Kapitän des Milram-Teams betonte, er habe nichts zu verbergen.

Frustriert und ratlos verabschiedete sich Linus Gerdemann am Dienstag in den Urlaub nach Südafrika. Erst einmal weg aus Deutschland, weg von den Dopingvorwürfen, die ihn bis ins Mark getroffen haben. Unterdessen rauchen beim Team Milram die Köpfe, wie mit den pikanten, aber auch undurchsichtigen Anschuldigungen umzugehen ist.

Eine Entlassung aufgrund von nicht mehr belegbaren Blutwerten von 2006 würde vermutlich vor keinem Gericht der Welt Gültigkeit behalten. Das Team, das um den Verbleib im Profi-Radsport über 2010 hinaus kämpft, befindet sich in der Zwickmühle und Gerdemann erst recht. Der 27-Jährige beteuert weiter vehement seine Unschuld. "Von mir können alle Dopingproben der letzten Jahre geöffnet und unter neuen Methoden überprüft werden, es gibt nichts zu verbergen", sagte der 27-Jährige der Münsterländischen Volkszeitung und bekräftigte, dass er in seiner Karriere nie gedopt habe.

Am Sonntag hatte die ARD von auffälligen Blutwerten Gerdemanns und des 2007 zurückgetretenen Jan Ullrich in ihrer T-Mobile-Zeit berichtet, die aus einem von der Universität Hamburg erstellten und von der Freiburger Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Blutgutachten hervorgehen. Dabei ist von Hämoglobinschwankungen zwischen 17,2g Prozent und 14,2g Prozent Zeitraum von Januar bis Mai 2006 die Rede. Dies könnte ein Hinweis auf Doping sein, unter Experten gelten Schwankungen von bis zu 1g Prozent als normal.

"Es wird keinen Schnellschuss geben"

Aber auch ein Höhentrainingslager oder ein Infekt könnte ein Grund für die Schwankungen sein. Krank sei er nicht gewesen, sagt Gerdemann, wohl aber im Höhentrainingslager. "Bislang weiß ich gar nicht genau, was mir vorgeworfen wird, mir liegen mit Ausnahme der beiden veröffentlichten Werte keine weiteren Daten oder Fakten vor. Nochmal sage ich, dass ich nie über auffällige Werte informiert worden bin", sagte der Deutschland-Toursieger von 2008, der bislang noch keinen Rechtsbeistand eingeschaltet hat: "Es wird hierzu von mir keinen Schnellschuss geben."

Gerdemann, der am Wochenende eine für ihn enttäuschend verlaufene Saison beendet hatte, zeigte sich frustriert. "Es tut weh, wenn man so angegriffen wird. Das kostet Nerven, emotional lässt mich das nicht kalt. Ich bin ratlos", sagte er.

In der Tat dürfte es für Gerdemann schwer werden, die Verdächtigungen zu entkräften. Bei den Blutwerten handelt es sich offenbar um von den damaligen Teamärzten erstellte Werte der T-Mobile-Profis. Diese lassen sich aber im Nachhinein vermutlich nicht mehr belegen, da das Blut wohl nicht mehr vorhanden ist.

© SID

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