Radsport Doping
Jaksche will noch im Juli aussagen

Schon bald könnte es neue Indizien im Doping-Skandal geben: Radprofi Jörg Jaksche wird noch in diesem Monat vor der Staatsanwaltschaft Ansbach aussagen und als Kronzeuge seine Anschuldigungen über systematisches Doping im Radsport erhärten. Das erklärte der Franke zwei Wochen nach seiner Spiegel-Beichte am Rande der Tour de France im belgischen Gent.

"Ich werde mich Ende Juli mit dem dortigen Staatsanwalt treffen. Diesen Termin haben wir vereinbart", sagte der 30-Jährige, der Doping über weite Strecken seiner Karriere gestanden hatte.

Auch mit dem Weltverband UCI und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) habe er "zeitnahe" Treffen verabredet, so Jaksche weiter. Seine Anwälte stünden darüber hinaus mit der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) in Kontakt, die ebenfalls Interesse an konkreten Informationen des Franken signalisiert hatte.

Zuspruch von vielen jungen Fahrern

Jaksche hatte auch seine früheren Teamchefs Gianluigi Stanga (Polti), Walter Godefroot (Telekom) und Bjarne Riis (CSC) zum Teil der Beihilfe, zumindest aber der Mitwisserschaft bei Doping-Praktiken beschuldigt.

Angst vor einem Spießrutenlauf bei der Tour habe er nicht, erklärte der frühere Top-Fahrer, der bei der Frankreich-Rundfahrt zweimal unter den besten 20 der Gesamtwertung landete. "Von vielen jungen Fahrern habe ich ja sogar Zuspruch erhalten. Dass einige der älteren Profis das nicht toll finden, ist auch klar. Vor einem Jahr hätte ich wahrscheinlich auch noch so reagiert." Eine Klage seines ehemaligen Chefs Godefroot erwarte er nicht, sagte Jaksche: "Er weiß ja, dass ich die Wahrheit gesagt habe."

Jaksche plant schon sein Comeback

Trotz allem wolle er irgendwann in den Radsport zurückkehren, erklärte der Wahl-Österreicher, den eine Sperre durch seinen Verband erwartet. "Es ist klar, dass ich jetzt erstmal gesperrt werde, aber danach möchte ich schon gerne wieder in einem Team fahren. Mannschaften, die es mit dem Anti-Doping-Kampf erst meinen, kann es eigentlich nur recht sein, dass ich die Karten auf den Tisch gelegt habe."

Jaksche schlug zudem vor, eine Mannschaft in Zukunft für zwei bis drei Wochen zu sperren, wenn es dort einen Dopingfall gebe. "So erhöht man den Druck auf das gesamte Team. Astana wäre beispielsweise somit nach dem Fall Mazzoleni gar nicht am Start", sagte der Franke.

Der Radprofi weigerte sich in einem ARD-Interview weiterhin, Namen von Fahrern zu nennen: "Bevor ich etwas gegen einen Fahrer sage, können sie mir beide Beine abhacken".

© SID

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