Radsport Doping
Manzano schießt gegen Aldag: "Riesenlüge"

Mit harscher Kritik hat Jesus Manzano auf die Doping-Beichten der früheren Telekom-Fahrer reagiert. Der "Kronzeuge" des Blutdopings nennt die Aussagen von T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag eine "Riesenlüge".

Die Doping-Beichten früherer Telekom-Fahrer hat der ehemalige Radprofi Jesus Manzano als unglaubwürdig kritisiert. Der Spanier, der vor drei Jahren als Erster über Blut-Doping im Radsport bei seinem früheren Kelme-Team auspackte, nimmt dabei vor allem T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag ins Visier, der Doping als intime Angelegenheit bezeichnet hatte.

"Das ist eine Riesenlüge. Aldag lebt weiter vom Radsport. Er ist ja Direktor, er muss seine Einnahmequelle sichern. Wenn Aldag richtig auspackt, dann stellt er sich gegen Tausende von Radfahrern. Das ist ihm bewusst. Also spricht er von einer sehr persönlichen Sache" sagte Manzano dem Magazin Stern. Doping sei nicht die Privatangelegenheit von ein paar Leuten. Es sei ein Krebs, der wuchert. Und alle wüssten es.

Teamchefs drohen mit Rauswurf

Manzano berichtet in dem Interview über die systematische Versorgung der Radrennfahrer mit Dopingmitteln, über Teamchefs, die Fahrern mit Rauswurf drohten, wenn sie nicht dopen wollten, und über Profis, die sich untereinander die besten Dopingtricks verraten. Manzano: "Warum soll es ausgerechnet bei Telekom und später bei T-Mobile anders gewesen sein? Also: Aldag soll den Leuten nicht so einen Quatsch erzählen."

Der Spanier belastete außerdem seinen Landsmann und früheren Teamkollegen Alejandro Valverde schwer, der als einer der Favoriten für die diesjährige Tour de France gilt. "Das selbe Zeug, was sie mir gegeben haben, haben sie auch ihm gegeben. Ich erinnere mich an einen Abend nach einer Vuelta-Etappe im Jahr 2002, da kam Valverde mit einem Testosteronpflaster zum Essen. Nach einer Stunde hat er es abgerissen, sonst wäre er positiv getestet worden."

Die Beichten und Ermittlungen hätten im Radsport nichts geändert, behauptet Manzano. "In der Radwelt ist es so: Wenn du dabei bist, bleibst du dabei und wechselst nur den Arzt. Die Fahrer, die noch mit mir sprechen, erzählen: Alles ist gleich geblieben, alle sind nur vorsichtiger geworden."

© SID

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