Radsport Doping
Neuer Eklat im Landis-Prozess

Das Verfahren gegen Floyd Landis nimmt immer skurrilere Formen an. Am Donnerstag trennte sich der US-Radstar im Gerichtssaal von seinem Manager, der den Zeugen Greg Lemond bedroht und erpresst haben soll.

Das Verfahren gegen Floyd Landis ist um ein skurriles Kapitel reicher. Bei der Anhörung des Tour-de-France-Gewinners vor der US-Anti-Doping-Agentur Usada gab es einen neuen Eklat: Der amerikanische Radsport-Star trennte sich noch im Gerichtssaal von Manager Will Geoghegan, nachdem der ehemalige Tour-Sieger Greg Lemond als Zeuge berichtet hatte, dieser habe ihn telefonisch erpressen wollen. Die Verhandlung wurde nach dem nur einige Minuten langen Auftritt Lemonds vertagt.

Nach dem Chaos des Vortages, als zahlreiche Dokumente inkorrekt vom Französischen ins Englische übersetzt wurden, erlebte die Landis-Anhörung am Donnerstag einen neuen bizarren Höhepunkt. Lemond berichtete von einem Anruf, den er am Vorabend auf seinem Handy erhielt. Offenbar sei der Anruf von Geoghegan gewesen, so der dreimalige Tour-Sieger.

Lemond: "Das war beängstigend und verrückt"

Der Anrufer gab sich als Lemonds Onkel aus, der ihn in der Kindheit sexuell belästigt habe und jetzt androhte, am Donnerstag zur Anhörung zu kommen, um über intime Details zu berichten. Lemond gab zu Protokoll, dass Landis eine der ganz wenigen Personen sei, die von der Angelegenheit wussten. "Das war wirklich beängstigend und verrückt. Ich glaube nicht, dass Geoghegan wollte, dass ich heute komme", so Lemond.

Geoghegan zeigte am Freitag Reue: "Ich entschuldige mich bei Greg Lemond und seiner Familie für den Schmerz, den mein Anruf möglicherweise verursacht hat. Ich entschuldige mich auch beim Gericht, Floyd Landis und seinen Anwälten für den Schaden, den ich angerichtet habe."

Er hätte den unter Dopingverdacht stehenden Amerikaner während eines Telefonates am 6. August vergangenen Jahres über die sexuelle Belästigung informiert, um ihm zu beweisen, dass das Zurückhalten der Wahrheit oft schmerzlicher sei als der Gang in die Öffentlichkeit. Nachdem Lemond im Tagungssaal sein Handy präsentierte, das den besagten Anruf speicherte, verweigerte der sofort aufgerufene Geoghegan die Aussage. Nach einer kurzen Unterbrechung gab Landis-Anwalt Maurice Suh dann die sofortige Trennung von Geoghegan bekannt, der zudem von Lemond mit einer Klage belegt wurde. Die Anhörung von Landis soll noch bis zum kommenden Mittwoch dauern.

© SID

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