Radsport Doping
Quintett um Ex-Champ Astarloa droht Blutpass-Ärger

Die UCI ermittelt gegen fünf Radprofis wegen Auffälligkeiten in ihrem Blutpass. Unter den möglichen Sündern befindet sich in Igor Astarloa auch ein ehemaliger Weltmeister.

Mehr als ein Jahr nach der Einführung des Blutpasses leitet der Weltverband UCI erstmals auf Grundlage von Werten in dem Papier Doping-Verfahren gegen fünf Radprofis ein. Anne Gripper, Anti-Doping-Managerin der UCI, erklärte am Mittwochabend, darüber hinaus seien in nächster Zeit weitere Fälle zu erwarten.

Wie die UCI mitteilte, handelt es sich bei den Fahrern um den Ex-Weltmeister und früheren Milram-Profi Igor Astarloa, Ruben Lobato, Ricardo Serrano (alle Spanien), den früheren Gerolsteiner-Profi Francesco De Bonis und Pietro Caucchioli (beide Italien). Damit droht erstmals Sportlern eine Dopingsperre, die nicht direkt durch eine Kontrolle überführt wurden.

Durch welche Werte die Fahrer genau auffällig geworden sind, teilte der Verband nicht mit. "Wir können aufgrund unserer eignenen und den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur derzeit keine weiteren Informationen geben", hieß es in der Pressemeldung.

Während Astarloa und De Bonis bei zweitklassigen Rennställen fahren und Lobato momentan ohne Arbeitgeber ist, mischen Caucchioli und Serrano noch immer in der obersten Radsport-Liga, der Protour, mit. Caucchioli fährt für das Team Lampre um Weltmeister Alessandro Ballan. Serrano tritt für Fuji in die Pedale, dem Nachfolger des letztjährigen Skandal-Teams Saunier-Duval. Der Spanier gewann in diesem Jahr eine Etappe bei der Tour de Romandie.

Die UCI unterstrich, dass die nun eingeleiteten Maßnahmen aufgrund von Empfehlungen unabhängiger Experten durchgeführt werden. In den vergangenen Monaten hatte UCI-Chef Pat Mcquaid immer wieder Verfahren angekündigt, jedoch auch auf eine schwierige juristische Situation hingewiesen. Etwa 840 Fahrer haben den Blutpass und nehmen an dem Programm der UCI teil, das seit Januar 2008 läuft.

Allerdings wies der überführte und geständige Dopingsünder Bernhard Kohl erst kürzlich daraufhin, dass der Blutpass keinen sauberen Radsportler garantiert. `Meine Blutwerte waren 1A. Nur darum habe ich so einen guten Vertrag bekommen', hatte der Österreicher erklärt. Sein Kontrakt mit dem belgischen Team Lotto wurde jedoch nach seinem positiven Test auf den Epo-Nachfolger Cera im Oktober 2008 wieder gelöst.

© SID

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