Radsport Doping
Rasmussen profitiert offenbar von Verfahrensfehler

Der unter Dopingverdacht stehende Däne Michael Rasmussen kann offenbar aus einem möglichen Fehler des Radsport-Weltverbandes UCI Kapital schlagen. Eine Verwarnung für eine verpasste Trainingskontrolle war falsch datiert.

Der mögliche Doping-Fall "Michael Rasmussen" wird immer undurchsichtiger. Ein administrativer Fehler des Radsport-Weltverbandes UCI könnte den dänischen Tour-Spitzenreiter offenbar vor einem Doping-Verfahren wegen wiederholter Verstöße gegen seine Meldepflicht bewahren. Darauf jedenfalls basiert die Verteidigungsstrategie des Dänen und seines Rabobank-Teams gegen den Vorwurf, der Fahrer habe sich mehrfach Doping-Kontrollen durch die UCI und die dänische Anti-Doping-Agentur (ADD) entzogen.

Verpasste Kontrolle wurde falsch datiert

Der Anwalt des niederländischen Rennstalls, Harro Knijff, erklärte am Ruhetag in Pau, für eine der von der UCI registrierten Verwarnungen für eine verpasste Kontrolle ("missed Test") sei ein falsches Datum angegeben. So hat die UCI in ihrer Auflistung der Verfehlungen Rasmussens anscheinend einen "missed Test" vom 6. April aus Versehen auf den 6. Mai datiert, womit die daraufhin ausgesprochene Verwarnung der ADD wohl anfechtbar ist.

Zwei scheinbar korrekte Anzeigen der UCI vom März 2006 sowie Juni 2007 reichen indes nicht aus, ein Doping-Verfahren gegen den Träger des Gelben Trikots zu eröffnen. Dazu sind laut UCI-Reglement drei registrierte Verwarnungen nötig. Zwar gibt es auch noch einen vierten Vorfall, der sich auf einen weiteren "missed Test" vom 21. Juni (angezeigt durch die ADD) bezieht. Für diesen liegt jedoch angeblich keine registrierte Verwarnung vor.

Rabobank-Chef steht "weiter hinter Michael"

Die Anzeige im März beruht auf nicht fristgerecht eingereichten Angaben Rasmussens zu seinem Aufenthaltsort im zweiten Quartal 2006. In der Pressekonferenz in Pau gab er dazu an, er habe am 2. April 2006 bei der UCI angerufen, um sich für die nicht fristgerechten Angaben im März 2006 zu entschuldigen und darauf hinzuweisen, dass er diese nachgereicht habe. Auf Nachfrage erklärte Rasmussen, dieses Gespräch mit der UCI-Anti-Doping-Beauftragten Anne Gripper geführt zu haben. Gripper sagte dem sid zu diesem Sachverhalt: "Ich kann ihnen nur sagen, dass ich erst seit Oktober 2006 für die UCI arbeite."

UCI-Präsident Pat Mcquaid hatte bereits am Montag erklärt, man sehe derzeit keine Handhabe, Rasmussen zu sperren. Rabobank-Teamchef Theo de Rooy sieht sich daher in seinem Festhalten an seinem Mannschafts-Kapitän bestätigt: "Die Aussage von Herrn Mcquaid ist unmissverständlich. Wir stehen weiter hinter Michael und haben dabei die volle Unterstützung unseres Sponsors", so der Niederländer.

© SID

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