Radsport Doping
Schumacher-Anwalt Lehner geht in die Offensive

Der Anwalt des unter Dopingverdacht stehenden Radprofis Stefan Schumacher fordert eine Einstellung des Verfahrens. Michael Lehner stellte das Testverfahren in Frage.

Dem Fall des unter Dopingverdacht stehenden Radprofis Stefan Schumacher droht ein juristisches Nachspiel. Der 27 Jahre alte Nürtinger, der den Vorwurf des Epo-Missbrauchs trotz zweier positiver A-Proben bei der diesjährigen Tour de France bestreitet, forderte über seinen Anwalt Michael Lehner die sofortige Einstellung des Verfahrens. Die von der französischen Anti-Doping-Agentur Afld erhobenen Vorwürfe seien "willkürlich" und "rufvernichtend", heißt es in einer von Schumachers Rechtsbeistand am Donnerstag veröffentlichten Erklärung.

Nach Lehners Meinung gibt es derzeit keinen juristisch haltbaren Grund, Schumacher die Lizenz für die kommende Saison zu verweigern. "Stefan Schumacher bereitet sich auf die kommende Saison vor und hat bereits ein Trainingslager auf Zypern absolviert. Die Profilizenz 2009 ist beim Bund Deutscher Radfahrer beantragt, die problemlos und umgehend erteilt werden muss", heißt es in der Erklärung weiter.

Testverfahren "nicht zugelassen und unsicher"

Der Rechtsanwalt führt vor allem die Testverfahren des von der Afld beauftragten Doping-Labors in Chatenay-Malabry als Grund für den Einspruch an. Diese seien "nicht zugelassen und unsicher" und hätten zudem widersprüchliche Ergebnisse bei den insgesamt zwölf Urin- und fünf Blutkontrollen aufgewiesen.

Darüberhinaus prangerte Lehner Verfahrensfehler bei der Analyse der Proben an. "Diese sind ohne Kontrolle durch den Athleten mit zahlreichen Möglichkeiten der Blutkontamination, von Verwechslungen oder sonstigen ergebnisverfälschenden Umständen abgelaufen."

Schumacher war bei der Frankreich-Rundfahrt zweimal positiv auf das Epo-Mittel Mircera getestet worden. Sowohl beim obligatorischen Bluttest zwei Tage vor dem Tourstart in Brest (3. Juli) als auch bei einer Kontrolle am ersten Ruhetag in Pau (15. Juli) hatten sich bei ihm Spuren des zur Behandlung von Blutarmut bei Krebs und Nierenerkrankungen entwickelten Präparats gefunden.

© SID

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