Radsport Doping
Schweizer Polizei hat DNA-Probe von Ullrich

Jan Ullrich hat offenbar Mitte September auf richterliche Anordnung eine DNA-Probe bei der Schweizer Polizei abgegeben. Bis dahin hatte sich der frühere Tour-Sieger stets dagegen gewehrt.

Der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich hat offenbar auf richterliche Anordnung eine DNA-Probe abgeben müssen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, lieferte Ullrich nach seiner Rückkehr aus den Flitterwochen bei der Schweizer Polizei Mitte September eine Speichelprobe ab. Bis dahin hatte Ullrich stets einen DNA-Test verweigert, da er "kein Mörder oder Verbrecher" sei.

"Werde mich zur Wehr setzen"

Nunmehr will Ullrich gegen den Schweizer Radsport-Verband Swiss Cycling, dem der 32-Jährige als Wahl-Schweizer untersteht, vorgehen. "Gegen die von dem Verband permanent angeheizte Rufmordkampagne werde ich mich zur Wehr setzen", kündigte Ullrich auf seiner Homepage an.

Mit großem Erstaunen habe er zur Kenntnis genommen, dass der Schweizer Radsportverband ein Dopingverfahren gegen ihn fortsetzen wolle. Tatsächlich sei bisher ein Verfahren gegen ihn überhaupt noch nicht eingeleitet worden. Zudem habe der für die Ermittlungen in der "Operacion Puerto" zuständige Richter in Spanien verfügt, dass die Weitergabe des Berichts und dessen Verwendung durch Radsportverbände wie die UCI und Swiss Cycling rechtswidrig und unzulässig ist.

Durch den DNA-Test könnten mögliche Dopingvergehen Ullrichs aufgedeckt werden. Im Zuge der Razzia in Spanien beim in den Doping-Skandal verstrickten Arzt Eufemiano Fuentes waren Blutbeutel mit der Aufschrift "Jan" gefunden worden, die offenbar dem deutschen Radprofi zugeordnet werden.

Blutbeutel mit "Jan"-Aufschrift

Wie die SZ weiter berichtet, habe sich Ullrich seit 2003 mehrmals in Madrid, bevorzugt im Hotel Pio XII. aufgehalten. Als Fuentes-Kunde habe er nicht mal seine Identität preisgeben müssen. In dem Madrider Hotel waren im Mülleimer von der spanischen Polizei auch die zwei Blutbeutel mit der Aufschrift "Jan" sichergestellt worden. Ullrich hatte bei T-Mobile eidesstattlich versichert, Fuentes überhaupt nicht zu kennen.

Damit dürfte in den nächsten Wochen Bewegung im Fall Ullrich kommen, zumal Swiss Cycling die beglaubigten Unterlagen von der Operacion Puerto aus Spanien erhalten und nun an die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) des zuständigen Olympischen Komitees weitergeleitet hat.

© SID

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