Radsport Doping
Schweizer setzen Verfahren gegen Ullrich fort

Nachdem das Nationale Olympische Komitee der Schweiz die beglaubigten Dokumente von den spanischen Dopingermittlern erhalten hat, setzt die Disziplinarkammer das Verfahren gegen Jan Ullrich fort.

Der Schweizer Radsportverband setzt das Verfahren gegen Jan Ullrich wegen Dopingverdachts fort, die "Operacion Puerto" gegen Ullrich läuft weiter. Mit dieser Nachricht zerstörte der Schweizer Radsportverband Swiss Cycling am Freitag - dem 13. November - die Hoffnung des ehemaligen T-Mobile-Stars, "dass ich bald wieder aufs Rad steigen kann", wie er auf seiner Homepage mitgeteilt hatte.

Ullrich beteuert seine Unschuld

Stattdessen hieß es aus Bern, man habe über den Weltverband UCI die Beglaubigung der spanischen Dokumente erhalten, die Ermittlungen würden fortgesetzt und wohl in einen Indizienprozess münden. Eine Verurteilung des 32-Jährigen, dem die langjährige Verbindung zum Madrider "Dopingarzt" Eufemiano Fuentes unterstellt wird, wäre das endgültige Karriere-Aus für den Toursieger von 1997, der dann als Wiederholungstäter gelten würde. Ullrich beteuert seine Unschuld, verweigert aber weiter einen DNA-Test.

Riis lehnt Basso-Start in der Lombardei ab

Auch die Erwartungen von Girosieger Ivan Basso auf schnelle Rückkehr in den Rennsattel erhielten einen Dämpfer. Einen Tag nach dem angekündigten Freispruch durch das italienische Olympische Komitee (Coni) "aus Mangel an Beweisen" lehnte CSC-Teamchef Bjarne Riis einen Start des Lokalmatadors bei der Lombardei-Rundfahrt am Samstag ab. Der Däne habe dies damit begründet, man wisse nicht, wie sich der Fall entwickele, sagte Basso: "Ich bin ein freier Mann, aber die Entscheidung über die Einsätze trifft der Rennstall."

CSC fürchtet womöglich um seine Protour-Lizenz für 2007, wenn es den 28-Jährigen wieder einsetzt. Das Coni hatte ausdrücklich erklärt, das Verfahren wieder aufzunehmen, falls neue Beweismittel vorlägen. Im Fall Ullrich verfügt Swiss Cycling nach der Beglaubigung der spanischen Unterlagen nunmehr über "ein vervollständigtes Dossier zu den Dopingvorwürfen gegen den in der Schweiz lizentierten und wohnhaften deutschen Radprofi", wie der Verband mitteilte. Die Dokumente seien bereits an die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) des zuständigen Olympischen Komitees (Swiss Olympic) gegangen.

Die Untersuchungsbehörde habe allerdings weitere Unterlagen von der spanischen Polizei und den deutschen Staatsanwaltschaften in Bonn und Hamburg angefordert, wo gegen Ullrich ebenfalls ermittelt wird. Danach werde die Kammer über die Einleitung des eigentlichen Disziplinarverfahrens entscheiden. Wann dies der Fall sein werde, sei noch nicht abzusehen. Seinen letzten Auftritt hatte Ullrich Mitte Juni als Sieger der Tour de Suisse. Einen Tag vor Beginn der Tour de France wurde er von T-Mobile (wie Basso von CSC) aus dem Kader genommen, der Vertrag ist inzwischen aufgelöst. Da er weiter im Besitz einer Schweizer Lizenz ist, könnte er bis zum Verfahren in Bern als Einzelfahrer oder für unterklassige Teams Rennen bestreiten: "Das mache ich auf gar keinen Fall, ich will in die Protour zurück", sagte er dazu.

© SID

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