Radsport Doping
Sportrechtler erwartet längere Sperre für Contador

Siegfried Fröhlich rechnet im Fall Alberto Contador mit einer längeren Sperre. Der von der UCI angedachte Ausschluss über drei Monate hält der Sportrechtler für unwahrscheinlich.

Der Sportrechtler Siegfried Fröhlich erwartet im Dopingfall Alberto Contador eine längere Sperre als die vom Radsport-Weltverband UCI angedachten drei Monate. "Ganz gleich, was UCI und der spanische Verband beschließen: Die Wada wird die Sache vor den CAS bringen, und dort dürfte es auf eine Sperre nicht unter einem Jahr hinauslaufen", sagte der Jurist im Gespräch mit Radsport News. Es dürfte entscheidend sein, inwieweit man ein Verschulden Contadors einschränke - zum Beispiel durch kontaminiertes Fleisch.

Der dreimalige Toursieger hatte den Verzehr von verseuchtem Fleisch als Erklärung für seine positiven Proben auf das auch illegal in der Kälbermast verwendete Mittel Clenbuterol angeführt. Mehrere Experten, darunter die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), hatten Contadors Theorie als unwahrscheinlich bezeichnet.



Ovtcharovs Freispruch als Chance für Contador

Fröhlich sieht in dem Freispruch für Dimitrij Ovtcharov - der Tischtennisspieler wurde auf dasselbe Mittel positiv getestet - allerdings eine Chance für Contador. Nach seiner Ansicht sollten alle eingefrorenen Proben von Teamkollegen des Spaniers noch einmal intensiv auf Clenbuterol untersucht werden. "Und wenn seine Kollegen nicht kontrolliert wurden oder die Proben verloren gingen, dann hat er wohl Glück gehabt - denn so wurde ihm die Möglichkeit des Beweises der Unschuld genommen", sagte Fröhlich.

Ovtcharov war am vergangenen Freitag vom Deutschen Tischtennis-Bund (Dttb) freigesprochen worden, da eine negative Haarprobe sowie geringe Clenbuterol-Funde bei vier weiteren Spielern die Fleisch-Theorie stützten.



Hinweise auf eine Bluttransfusion

Bei Contadors Proben soll es allerdings auch Hinweise auf eine Bluttransfusion geben. Das Kölner Anti-Dopinglabor fand offenbar Spuren von Weichmachern, die etwa Blutbeutel geschmeidig halten sollen. Allerdings ist das Nachweisverfahren für Weichmacher noch nicht von der Wada anerkannt.

Ursprünglich hatte die UCI Contador einen Deal angeboten. Der Spanier sollte eine Sperre von drei Monaten akzeptieren, die in der wettkampffreien Zeit im Winter abgesessen werden sollte. Contador lehnte das Angebot mit dem Hinweis ab, er habe nicht gedopt und werde somit auch keine Sperre akzeptieren.

© SID

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