Radsport Doping
Team T-Mobile immer mehr im Kreuzfeuer der Kritik

Das Team T-Mobile sieht sich nach dem Doping-Geständnis von Patrik Sinkewitz zunehmender Kritik ausgesetzt. Doping-Experte Werner Franke forderte den Bonner Rennstall und dessen Sponsor auf, das Schweigen zu brechen.

Nach dem umfangreichen Doping-Geständnis von Patrik Sinkewitz gerät das T-Mobile-Team zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. "Ein deutscher Staatskonzern verhält sich kriminell, wenn er seine Fahrer nicht auffordert, sofort zur Bonner Staatsanwaltschaft zu gehen und endlich das Schweigen zu brechen", sagte Dopingexperte Werner Franke im Aktuellen Sportstudio über den Bonner Rennstall und dessen Sponsor und bezeichnete das Verhalten "mafia-artig".

"Ich war kein Einzelfall"

Zuvor hatte Sinkewitz via Spiegel und Sportstudio erstmals öffentlich detailliert berichtet, wie bei T-Mobile auch nach dem Fall Ullrich angeblich weiter gedopt wurde. So sei der frühere Deutschland-Toursieger noch nach der ersten Etappe der Tour 2006 in die Uniklinik nach Freiburg zu einer Eigenblut-Infusion gefahren. Inwieweit seine T-Mobile-Teamkollegen gedopt haben, wollte oder konnte Sinkewitz nicht sagen. Es sei aber nicht realistisch, dass "ich ein Einzelfall war".

Vor allem T-Mobile-Kapitän Michael Rogers gerät damit zunehmend unter Druck, zumal der Ex-Zeitfahr-Weltmeister bereits mit Sinkewitz beim in Verruf geratenen belgischen Team Quick Step gefahren war. So will T-Mobile-Teamchef Bob Stapleton den Australier auch nur für das Jahr 2007 entlasten. "Was wir wissen, ist: Rogers ist 2007 in ein strenges Antidoping-Programm eingebunden gewesen, und er hat sich vollkommen an unsere Regeln gehalten", sagte der Amerikaner unlängst in der Zeitung Die Welt. Strukturen wie Franke sie dem Team jetzt vorwirft, wurden allerdings stets dementiert.

T-Mobile-Zukunft ungewiss

Wie es bei T-Mobile weitergeht, erscheint derzeit fraglich. Nachdem das Bonner Team erneut von der Vergangenheit eingeholt wurde, gibt es sogar Gerüchte vom Ausstieg der Telekom aus dem Radsport. Da passt es ins Bild, dass die sonst so offensiv betriebene Kommunikationspolitik im Hause des Telekommunikations-Unternehmens diesmal klein gehalten wird. Erst im August hatte der Konzern nach dem Sinkewitz-Skandal noch von einem Ende des Radsport-Engagements abgesehen, sich diese Option für einen weiteren Doping-Fall aber offen gehalten.

Nach 2006 habe sich laut Sinkewitz mit dem Wechsel an der Teamspitze von Olaf Ludwig zu Stapleton aber alles verändert. "Der Kampf gegen Doping wird jetzt ernst genommen", sagte Sinkewitz. Das sei kurz nach seinem Wechsel von Quick Step zu T-Mobile noch anders gewesen.

© SID

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