Radsport Doping
Ullrich gibt Speichelprobe für DNA-Vergleich ab

Mit der Abgabe einer Speichelprobe will Jan Ullrich seine Unschuld im spanischen Dopingskandal beweisen. Der frühere Tour-de-France-Sieger lieferte die Probe laut seines Anwalts in Konstanz am Bodensee ab.

Jan Ullrich hat in Konstanz am Bodensee eine Speichelprobe abgegeben. Somit kam der Radprofi nach nur zwei Tagen der Ankündigung seiner Anwälte nach. Eine entsprechende Meldung der "Bild"-Zeitung bestätigte am Donnerstag Ullrich-Manager Wolfgang Strohband, der seinen Schützling mit den Worten zitierte: "Ich will die Sache schnell geklärt haben, damit ich rasch wieder aufs Rad steigen kann."

Die Probe ist für die Staatsanwaltschaft Bonn bestimmt. Diese ermittelt im Zuge des spanischen Dopingskandals gegen den früheren Tour-de-France-Sieger. Durch die Probe kann Ullrichs DNA verglichen werden mit den Blutproben, die dem im schweizerischen Scherzingen lebenden Ullrich in der Affäre um den Mediziner Eufemiano Fuentes zugeordnet werden.

Kühnle begrüßt Ullrichs Entscheidung

Dieter Kühnle, Vizepräsident Marketing und Kommunikation im Bund Deutscher Radfahrer (BDR), meinte zum Schritt des Merdingers: "Ich begrüße, dass Jan Ullrich sich endlich bereit erklärt hat zu diesem Schritt und hoffe, dass damit Klarheit in den Fall kommt."

Ullrichs Anwalt Johann Schwenn hatte eine bereits seit Herbst in der Schweiz vorliegende Speichelprobe Ullrichs als Beweismaterial abgelehnt: "Der Einspruch gegen das Rechtshilfe-Ersuchen ist uninteressant, damit will Jan Ullrich seine Privatsphäre schützen." Laut Schwenn wurden im Herbst bei der Durchsuchung des Hauses von Ullrich durch Schweizer Polizisten in deutschem Auftrag in Scherzingen unter anderem Kalender und private Aufzeichnungen von Jan Ullrich gefunden, "die keinen etwas angehen". Um die Speichelprobe sei es dabei nicht gegangen.

Fraglich bleibt jedoch, ob Ullrichs von Schweizer Polizisten beschlagnahmten Aufzeichnungen ebenfalls Beweismittel enthalten. Doch selbst, wenn das Schweizer Gericht nun die Herausgabe an die deutschen Behörden doch noch befürworten würde, kann es laut dem Bonner Staatsanwalt Fred Apostel noch einmal zum Einspruch durch die Ullrich-Anwälte kommen.

Bonner Staatsanwaltschaft erbittet Hilfe in Spanien und Belgien

Apostel hatte im Gespräch mit dem sid offen gelassen, ob es ein entscheidendes Manko im Verfahren sei, wenn auf diese DNA-Daten am Ende nicht zurückgegriffen werden könne, oder ob dies letztlich gar nicht mehr nötig sei.

Unter anderem hatte die Bonner Staatsanwaltschaft Hilfe von Behörden in Spanien und Belgien erbeten. Die Untersuchungsergebnisse der spanischen "Operacion Puerto" sind bereits in Bonn eingetroffen, man rechnet in absehbarer Zeit mit der Überlassung einer Blutprobe, die Ullrich zugerechnet wird. In Belgien geht es um die Ergebnisse der Hausdurchsuchung bei Ullrichs Betreuer Rudy Pevenage.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%