Radsport Doping
Ullrich im Visier der Bonner Staatsanwaltschaft

Im Zuge der spanischen Dopingaffäre sind Jan Ullrich, dessen Betreuer Rudy Pevenage sowie der Spanier Oscar Sevilla nun auch ins Visier der Bonner Staatsanwaltschaft geraten. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Fred Apostel.

In der spanischen Dopingaffäre ermittelt nun auch die Bonner Staatsanwaltschaft gegen den unter Verdacht stehenden Radprofi Jan Ullrich, dessen sportlichen Betreuer Rudy Pevenage sowie den spanischen Rennfahrer Oscar Sevilla. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Fred Apostel dem Nachrichtenmagazin Focus. Unter dem Aktenzeichen 430 Js 936/06 hätten die Ermittler ein Verfahren wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil des Rennstalls T-Mobile eingeleitet.

Damit reagierten die Staatsanwälte laut Focus auf eine Strafanzeige von Ex-Leichtathletin Britta Bannenberg. Die heutige Professorin für Strafrecht und Kriminologie in Bielefeld hatte die beiden Profis und den Berater angezeigt, weil "der Sport in Deutschland sauber bleiben" müsse. Die Rennfahrer hätten ihr Team betrogen und damit Vertragsbruch begangen, begründete Bannenberg, die keinen der drei Angezeigten persönlich kennt, ihre Anzeige.

"Ob unsere Prüfungen zu weiteren Maßnahmen Anlass geben, dazu will ich mich nicht äußern", sagte Apostel. Nach Focus-Informationen warten die Ermittler derzeit auf Telefonüberwachungsprotokolle aus Spanien, die eine Verbindung zwischen Ullrich und der Schlüsselfigur in der Doping-Affäre, dem spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes, belegen sollen.

Mitte der Woche hatte bereits der Heidelberger Doping-Experte Prof. Werner Franke Strafanzeige gegen Jan Ullrich erstattet. Der Molekularbiologe bezichtigt den ehemaligen Tour-Sieger, wider besseres Wissen eine eidesstattliche Versicherung abgegeben zu haben, wonach er nichts mit der Affäre um Eufemiamo Fuentes zu tun habe. Das aber stehe im Widerspruch zu den Unterlagen der spanischen Guardia Civil.

Laut Franke sei auch mittlerweile bekannt, über welche Konten die Dopingsünder die verbotenen Dienste nach Madrid bezahlt hätten. Die Überweisungen sollen an eine chinesische Bank mit Sitz in Zürich gegangen sein. Ullrich hatte zuletzt eine Einstweilige Verfügung gegen Franke erwirkt, weil der Professor aus Heidelberg behauptet hatte, der ehemalige T-Mobile-Kapitän habe in einem Jahr 35 000 Euro für illegale Substanzen ausgegeben. Franke hat dagegen Widerspruch eingelegt.

© SID

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