Radsport Doping
Wada-Chef Pound übt Kritik an UCI

Wada-Chef Richard Pound hat nach dem Dopingfall Floyd Landis erneut das ungenügende Kontrollsystem angesprochen: "Wir haben die UCI in der Vergangenheit mehrfach auf Lücken in ihrem Doping-Testprogramm hingewiesen."

Der Radsport-Weltverband UCI sieht sich nach Bekanntwerden des Dopingfalls Floyd Landis harter Kritik von Richard Pound, Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, ausgesetzt. "Wir haben die UCI in der Vergangenheit mehrfach auf Lücken in ihrem Doping-Testprogramm hingewiesen", sagte der Kanadier der britischen Nachrichtenagentur reuters: "Wir haben ihnen gesagt: Die Tatsache, dass ihr bei offiziellen Tests kaum positive Ergebnisse bekommt, ist auf euer ungenügendes Kontrollsystem zurückzuführen."

"Radsport ist außergewöhnlich gefährdet"

Pound forderte die UCI unmissverständlich zum schnellen Handeln auf: "Zunächst muss der Radsport sich öffentlich dazu bekennen, dass er das Problem Doping noch nicht richtig im Griff hat. Natürlich ist keine Sportart immun gegen Doping, aber der Radsport ist außergewöhnlich gefährdet, da muss etwas getan werden." Pound nannte außerdem Gewichtheben, Leichtathletik, Football und Schwimmen als besonders anfällige Sportarten.

Die aktuellen Ereignisse seien eine Folge lange zurückliegender Versäumnisse. "Wir ernten jetzt, was vor vielen Jahren gesät wurde", sagte Pound: "In den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren ist uns das Problem Doping allmählich entglitten, wir haben es aus der Kontrolle verloren. Jetzt zahlen wir dafür den Preis." Wann immer es im Sport eine außergewöhnliche Leistung gebe, so Pound, werde der Betrachter sofort misstrauisch: "Wir müssen vor allem das Vertrauen der Fans zurückgewinnen."

Seinen eigenen Enkelkindern rät der Kanadier vom Leistungssport ab. "Ich habe ihnen gesagt: Geht lieber angeln."

© SID

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