Radsport Giro d'Italia
Ärztliche Atteste helfen Petacchi und Piepoli

Obwohl sie beim Giro d'Italia positiv auf Doping getestet worden sind, drohen den Italienern Alessandro Petacchi und Leonardo Piepoli offenbar keine negativen Folgen. Der Spanier Iban Mayo wurde bereits entlastet.

Alessandro Petacchi und Leonardo Piepoli haben trotz ihrer positiven Dopingproben beim Giro d'Italia vermutlich keine Konsequenzen zu befürchten. Die beiden Italiener, die positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden waren, können eine ärztliche Genehmigung für die Einnahme des Medikaments vorweisen. Iban Mayo wurde unterdessen bereits entlastet.

Der spanische Kletterkünstler, der die 19. Etappe nach Terme di Comano im Alleingang gewann, soll derweil von Natur aus einen erhöhten Testosteron-Wert haben. Der Weltverband UCI befreite den Spanier am Donnerstagabend bereits öffentlich vom Dopingverdacht. Alle entnommenen Proben hätten eine künstliche Zufuhr von Testosteron ausschließen lassen, hieß es in einer Mitteilung.

Die beiden Italiener, die positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden waren, können eine ärztliche Genehmigung für die Einnahme des Medikaments vorweisen.

Weitere Untersuchungen in Barcelona

"Alle Proben werden erstmal genau analysiert", erläuterte UCI-Sprecher Enrico Carpani die weitere Vorgehensweise. Das Anti-Doping-Labor in Rom, das die Analysen durchgeführt hatte, schickte die Proben zu weiteren Untersuchungen nach Barcelona. Dort folgte die erste Erkenntnis, dass der erhöhte Testosteron-Wert bei Mayo wirklich auf natürliche Weise zustande gekommen sei.

Milram-Teamchef Gianluigi Stanga versteht derweil im Fall Petacchi die Aufregung nicht. "Beim letzten Giro ist Petacchi fünfmal getestet worden, einmal war die Probe offensichtlich positiv. Er besitzt aber seit Jahren ärztliche Attests, die ihm erlauben, Anti-Asthma- und Anti-Allergie-Medikamente einzunehmen", sagte Stanga und stellte sich hinter den fünfmaligen Etappensieger beim diesjährigen Giro: "Ich habe keinen Grund zu glauben, dass Alessandro sich anders als sonst verhalten hat. Wir warten in Ruhe auf die Ergebnisse der Urintests."

"Behandlung meiner Allergie"

Auch Piepoli wies jede Schuld von sich. "Ich habe Salbutamol zur Behandlung meiner Allergie benutzt. Das stimmt. Ich weiß nicht, wie viel Salbutamol ich inhaliert habe. Ich nehme es so oft ich es brauche. Das hängt immer von der Jahreszeit ab", meinte der Kletterspezialist vor der vierten Etappe der Dauphine Libere.

Piepolis Manager, Mauro Gianetti, war angesichts der Vorwürfe gegen seinen Radsportler sprachlos. "Es ist alles absurd. Wenn es zu Missverständnissen kommen kann, sollte man die ärztlichen Attests für Allergien oder an Asthma leidende Radprofis abschaffen", so der frühere Profi. Da er noch keine offizielle Mitteilung über Vorwürfe gegen Piepoli erhalten habe, könne er nichts zur Verteidigung unternehmen.

Ärztliche Genehmigungen zur Einnahme von Asthma-Mitteln sind im Radsport längst gang und gäbe. Böse Zungen sprechen dabei auch von "Doping auf Rezept". Bis zu 75 Prozent der Radprofis sollen inzwischen eine ärztliche Genehmigung zur Einnahme von Asthma-Mitteln haben. Auch Jan Ullrich war bei der UCI als "Asthma-Patient" geführt.

Fall Mayo schwieriger

Im Fall Mayo kamen vor der Entwarnung Erinnerungen an den Fall Floyd Landis auf. Der Amerikaner wurde bei seinem Toursieg 2006 ebenfalls positiv auf Testosteron getestet. Derzeit kämpft Landis vor Gericht gegen eine Sperre und der Aberkennung des Tour-Titels an.

Mayo gehört seit Jahren zu den besten Bergspezialisten im Radsport. 2003 gewann der 29-Jährige bei der Tour die Bergetappe zur Skistation L'Alpe d'Huez. Ein Jahr später holte er den Gesamtsieg bei der Dauphine Libere. Von 2000 bis 2006 fuhr Mayo für das baskische Team Euskaltel-Euskadi, bevor er zu Saisonbeginn zu Saunier Duval wechselte.

© SID

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