Radsport Giro d´Italia
Basso-Affäre überschattet Giro d´Italia

Überschattet von der Doping-Affäre um Titelverteidiger Ivan Basso startet der Giro d´Italia heute zu seiner 90. Auflage. Nach dem Ausschluss des Vorjahressiegers macht sich Paolo Savoldelli Hoffnung auf den dritten Sieg.

Die Doping-Affäre um Titelverteidiger Ivan Basso erreicht ihren Höhepunkt, während der Radsport um ein sauberes Image kämpft. Die Verantwortlichen hoffen, dass die 90. Auflage des Giro d´Italia nur durch sportliche Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht.

Im Feld der 22 Mannschaften mit 195 Fahrern, unter denen sich auch neun Deutsche befinden, kommen die Favoriten dabei allesamt aus Italien und wollen bei ihrem "Heimspiel" ausschließlich für positive Schlagzeilen sorgen. Keiner der im spanischen Doping-Skandal verdächtigten 58 Profis wird beim Start auf der Mittelmeerinsel Sardinien dabei sein. Von den Top-10 des vergangenen Jahres nehmen nur noch fünf diesmal das Rennen auf.

Savoldelli plant den dritten Streich

"Es ist gut, dass sich Basso vor dem Start erklärt hat", sagt der zweimalige Girosieger Paolo Savoldelli (2002/2 005) vom Astana-Rennstall, dessen Chancen auf den dritten Gewinn des Rosa Trikots nach dem Aus seines prominenten Landsmanns erheblich gestiegen sind. Der 34 Jahre alte Ex-Telekom-Fahrer stellte seine gute Form zuletzt als Zweiter der Tour de Romandie unter Beweis: "Ich bin gut drauf und hoffe, mich in Bestform präsentieren zu können", so der Teamkollege der früheren T-Mobile-Asse Andreas Klöden und Matthias Kessler, die bis zur Bayern-Rundfahrt am 30. Mai pausieren.

Im Verlauf der 21 Etappen über knapp 3500km, deren Auftakt ein Teamzeitfahren über 25,6km bildet, muss sich Savoldelli vor allem mit den Ex-Siegern Gilberto Simoni (Saunier Duval/2001/03) und Damiano Cunego (Lampre/2004) auseinandersetzen. Als Mitfavorit gilt zudem Danilo Di Luca (Liquigas), der vor zwei Wochen den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewann.

Aus deutscher Sicht wird das Ergebnis dagegen kaum an die gute Bilanz von 2006 heranreichen. Damals bescherten Stefan Schumacher mit zwei Tagessiegen und Robert Förster mit dem Gewinn der Schlussetappe im Mailand dem Team Gerolsteiner einen glänzenden Auftritt. Zudem trug Schumacher drei Tage lang Rosa. "Dass es wieder so gut läuft wie letztes Jahr, kann man nicht erwarten. Dennoch heißt das Ziel Etappensieg", sagt Gerolsteiners sportlicher Leiter Christian Henn, der mit Förster (Markkleeberg) und dem Italiener Davide Rebellin zwei aussichtsreiche Kandidaten für Tageserfolge ins Rennen schickt, ansonsten aber auf eine sehr junge Mannschaft setzt.

Ziegler hält bei T-Mobile deutsche Fahne hoch

Das T-Mobile Team, für das Jan Ullrich im Vorjahr einen inzwischen fragwürdigen Sieg im Einzelzeitfahren von Pontedera holte, hat in Thomas Ziegler (Arnstadt) diesmal nur einen deutschen Fahrer am Start. "Die anderen konzentrieren sich größtenteils auf die Bayern-Rundfahrt", sagt T-Mobiles sportlicher Leiter Valerio Piva. Mit Christian Knees (Bonn) und Martin Müller (Forst) schickt das Milram-Team zwei weitere Deutsche ins Rennen, deren vorrangige Aufgabe es sein wird, Kapitän Alessandro Petacchi zu Etappenerfolgen zu führen.

Der Kampf um den Gesamtsieg dürfte auf der 12. Etappe beginnen, wenn es über den Colle d´Agnello und einen Abstecher nach Frankreich zum Col d´Izoard geht. Tags darauf steht ein Bergzeitfahren von Biella nach Oropa (12,6km) auf dem Programm. Eine Vorentscheidung könnte bei der Bergankunft der 15. Etappe bei den Drei Zinnen von Lavaredo fallen, spätestens jedoch zwei Tage später auf der steilen Westseite des Monte Zoncolan. Eine Tag vor der Ankunft in Mailand (3. Juni) wird das Zeitfahren von Bardolino nach Verona (42km) letzte Veränderungen im Klassement bringen.

© SID

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