Radsport Giro d´Italia
Bettini lässt Pollack und Förster leer ausgehen

Paolo Bettini hat im Schlussspurt Olaf Pollack und Robert Förster den Sieg auf der 15. Etappe des 89. Giro d´Italia vor der Nase weggeschnappt. Hinter dem Italiener wurden die beiden deutschen Profis Zweiter und Dritter.

Der Olympiasieger war am Ende der 15. Etappe des 89. Giro d´Italia einen Hauch schneller als die geballte deutsche Sprintelite: Paolo Bettini vom Quickstep-Rennstall brachte die vorletzte Flachetappe nach 189km von Mergozzo nach Brescia im Schlussspurt hauchdünn vor Olaf Pollack vom T-Mobile-Team und dem "Gerolsteiner" Robert Förster auf seinen Namen. Beim Massensprint kamen Jan Ullrich und CSC-Kapitän Ivan Basso im Hauptfeld an. Der Italiener Basso verteidigte damit die Führung im Gesamtklassement mit 3:27 Minuten vor dem Spanier Jose Enrique Gutierrez (Phonak) und 5:30 vor Italiens Vorjahressieger Paolo Savoldelli (Discovery). Ullrich hat auf dem 41. Platz weiter 28:21 Minuten Rückstand.

"Ulle" verrichtet Arbeit als "Wasserträger"

Der T-Mobile-Kapitän war sich am Montag für Domestiken-Dienste nicht zu schade. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 machte Tempoarbeit in der Verfolgung und betätigte sich als uneigennütziger Helfer, insgesamt sechs Wasserflaschen schaffte der Rostocker vom Begleitwagen für seine Gefährten heran. Dabei hatte Ullrich schon die kommenden schweren Bergprüfungen im Auge: "Es ist schon hammerhart, was uns in der letzten Woche erwartet. Die Anstiege schrecken mich aber nicht mehr. Ich freue mich auf die Herausforderungen und werde, wenn alles stimmt, sicher meine Form noch mal testen."

Bei der Fahrt durch die Lombardei nördlich von Mailand hatte sich 156km lang ein Ausreißer-Quartett an der Spitze präsentiert. Die Flüchtlinge hatten sich 23km nach dem Start vom Peloton abgesetzt und bei angenehmen Temperaturen um 25 Grad Celsius zeitweise mehr als fünf Minuten Vorsprung. Im Kampf um das Rote Trikot des Punktbesten zog zunächst Bettini das Tempo an. Unterstützung erhielt er von der Konkurrenz aus dem deutsch-italienischen Milram-Rennstall und dem T-Mobile-Express.

Erfolgreiche Aufholjagd

Die von Ullrich angeführte Bonner Mannschaft konzentrierte die Kräfte für Pollack, der nach den frühen Ausfällen von Alessandro Petacchi (Italien/Milram) und Robbie Mcewen (Australien/Lotto) als Topfavorit auf den Tagessieg bei der vermeintlich leichtesten der insgesamt 21 Etappen an den Start gegangen war. Die Aufholjagd erwies sich als erfolgreich, als die Flüchtlinge zehn Kilometer vor Brescia eingeholt wurden.

Für Pollack reichte es dennoch ebensowenig zum Sieg wie für Förster. "Gewinnen ist sicher schöner, aber zwei Zentimeter haben für Bettini entschieden. Trotzdem hat das Team gut gearbeitet", sagte Pollacks Teamleiter Rudy Pevenage. Auch im Gerolsteiner Lager war Delegationschef Christian Henn zufrieden: "Robert ist gut gefahren. So ein Podestplatz gibt Selbstvertrauen".

Am Dienstag kehrt die Giro-Karawane in die Alpen-Region zurück, die erst zum Finale am kommenden Sonntag wieder in Richtung Mailand verlassen wird, wo die Italien-Rundfahrt nach insgesamt 3526km endet. Schauplatz der 16. Etappe sind 173km Richtung Dolomiten von Rovato bis zur Bergankunft im 1650m hoch gelegenen Trento Monte Bondone. Die Fahrt entlang des Gardasees führt über sehr welliges Terrain.

© SID

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