Radsport Giro d´Italia
Schumacher nach Etappensieg in Rosa

Den Sieg der dritten Etappe des 89. Giro d´Italia hat Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner eingestrichen und seinen bislang größten Erfolg als Radprofi gefeiert. Nach 202km von Perwez nach Namur ist Schumacher als erster übers Ziel gefahren und hat somit das Rosa Trikot des Spitzenreiters von Vorjahressieger Paolo Savoldelli (Italien/Discovery) übernommen. In der Geschichte der Italien-Rundfahrt ist Schumacher der siebte Deutsche im Rosa Trikot.

"Ein Traum hat sich erfüllt. Das war das beste Rennen meines Lebens, ich bin überglücklich und von mir selbst überrascht", sagte der 24-jährige Schwabe aus Nürtingen, der zu Saisonbeginn zum Eifel-Rennstall gekommen war und vor einem Monat schon die Sarthe-Rundfahrt gewonnen hatte. Teamchef Hans-Michael Holczer strahlte über das ganze Gesicht: "Mit Stefan und Davide Rebellin auf Platz drei haben wir ein Super-Ergebnis erzielt. Wie beide am Ende Gas gegeben haben, das war einfach riesig."

Der Berliner Jens Voigt (CSC) wurde großartiger Sechster. Jan Ullrich hielt sich zumeist im Hauptfeld, verlor am zwei Kilometer langen Schlussanstieg aber einige Zeit. Pech hatte bei T-Mobile Mathias Kessler, der vier Kilometer vor Schluss zu Fall kam: "So ein Pech, mir ist jemand ins Hinterrad gefahren, sonst hätte ich mir heute auch etwas ausgerechnet", sagte der Nürnberger.

Beeindruckende Vorstellung von Schumacher

Der "kleine Schumi des Radsports" hatte sich am Ende in 5:14:41 Stunden zwei Sekunden vor dem Spanier Jose Rubiera (Discovery) sowie sechs Sekunden vor Rebellin und Olympiasieger Paolo Bettini (beide Italien) durchgesetzt. Der Deutsche war beim zwei Kilometer langen Schlussanstieg hinauf zur Zitadelli von Namur 600 Meter vor dem Ziel an die Spitze gegangen: "Beeindruckend", nannte sein sportlicher Leiter Christian Henn diese Vorstellung. "Ich habe ihm nur immer zugeschrien, er solle sich nicht umschauen."

Schumacher verwies in der Gesamtwertung den Vorjahressieger und bisherigen Spitzenreiter Paolo Savoldelli (Italien/Discovery) um 13 Sekunden auf Platz zwei, Rebellin folgt nun 23 Sekunden zurück als Dritter.

Gerolsteiner war nicht abzuhängen

Ein Tief über Wallonien sorgte für ungemütliches Regenwetter und spiegelglatte Straßen. Der italienische Sprintstar Alessandro Petacchi vom deutschen Milram-Rennstall erlitt bei einem schweren Sturz einen Bruch der linken Kniescheibe und muss mit einer längeren Pause rechnen. `Ein Euskaltel-Fahrer ist vor mir gestürzt, dann bin auch ich gefallen. Ich dachte erst, es würde gehen, aber dann habe ich den schlimmen Schmerz gespürt´, sagte Petacchi, dessen Teilnahme an der Tour de France in akute Gefahr geriet. Milram-Teammanager Gerry van Gerven zeigte sich geschockt: "Das ist sehr, sehr schade. Diese Verletzung wirft unser Konzept über den Haufen. Aber wir fahren und kämpfen weiter".

So absolvierte das Feld die Fahrt durch das ehemalige Kohlerevier lange mit angezogener Handbremse. In der Endphase forcierte CSC zumeist durch Jens Voigt das Tempo, um Kapitän Ivan Basso in eine günstige Ausgangsposition zu bringen, der das Double Giro-Tour anstrebt. Doch Gerolsteiner ließ sich nicht abhängen.

Schon 20km nach dem Start hatte sich eine Vierer-Gruppe abgesetzt, die zeitweise viereinhalb Minuten Vorsprung herausfuhr, ehe sie rund 20km vor dem Ziel wieder eingefangen wurde.

Die vierte Etappe führt am Dienstag über 193km von Wanze nach Hotton. Danach erfolgt der Transfer nach Italien, wo am Donnerstag das Mannschaftszeitfahren ansteht.

© SID

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