Radsport Giro d´Italia
Ullrich dämpft Erwartungen nach Zeitfahr-Triumph

Nach seinem Erfolg im 50-km-Zeitfahren beim diesjährigen Giro d´Italia hat Jan Ullrich die Erwartungen an ihn gedämpft. "Ich habe keinen großen Formsprung oder gar ein Wunder vollbracht", sagte der T-Mobile-Profi.

Trotz seines unerwarteten Erfolges im 50-km-Zeitfahren beim diesjährigen Giro d´Italia ist T-Mobile-Profi Jan Ullrich weit davon entfernt wieder nach höheren Zielen zu streben. "Ich habe keinen großen Formsprung oder gar ein Wunder vollbracht, sondern nur bewiesen, dass ich im Winter nicht faul war", sagte Ullrich, der schon vor seinem ersten Saisonsieg ansteigende Form im Giro-Mannschaftszeitfahren und bei den ersten Bergprüfungen bewiesen hatte. Nun meldete sich "Ulle" auf dem Siegerpodest ausgerechnet in der Toskana zurück, wo er im Frühjahr wegen seines dosierten Einzeltrainings bei mildem mediterranem Klima von seinen Kritikern gerügt worden war.

Ullrich" In den Bergen fehlt mir die Spritzigkeit"

Angesichts der allgemeinen Euphorie dämpft Ullrich die gestiegenen Erwartungen: "Alle, die mich vor vier Wochen noch abgeschrieben haben, sollten jetzt nicht schon wieder glauben, ich habe die Tour bereits gewonnen. In den Bergen fehlt mir noch die Spritzigkeit. An der arbeite ich hier beim Giro."

Mit einem Glas Champagner hatte Ullrich den unerwarteten Triumph gefeiert, das "Wunder von Pontedera" aber zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht richtig realisiert: "Ich hätte nicht geglaubt, dass ich dieses Zeitfahren gewinne. Als die Zwischenzeiten plötzlich so gut waren, habe ich einfach draufgehalten", sagte der Rostocker, der beim Kampf gegen die Uhr die Favoriten distanzierte. 28 Sekunden langsamer war CSC-Kapitän Ivan Basso, dessen italienische Landsleute Paolo Savoldelli (1:19) und Damian Cunego (5:34) waren chancenlos.

Pevenage lobt Ullrichs Aufbauarbeit

Bestätigt in der Aufbauarbeit sah sich vor allem Ullrich-Intimus Rudy Pevenage: "Wer so ein schweres Zeitfahren gewinnt, muss schon etwas drauf haben. Jan hat im Mai nie große Siege eingefahren. Das ist in diesem Jahr anders. Für mich ist das ein Beweis, dass sich Jan im Dezember und Januar gute Grundlagen geholt hat. Nur die Knieprobleme im März warfen ihn zurück."

Auf ähnliche Comebacks des Sydney-Olympiasiegers in den vergangenen Jahren verwies T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer: "Das ist eben Ulle. So problematisch sich Jan manchmal im Winter gibt, im Sommer bleibt er der positive, unerreichte deutsche Radprofi."

Die gleichen Erfahrungen sind Peter Becker nicht fremd, der ehemalige Heimtrainer des gebürtigen Rostockers ist angesichts der Tour-Form optimistisch. "Jan ist ein Ausnahme-Athlet. Wenn er den Giro zu Ende fährt, im Juni eine kleinere Rundfahrt bestreitet und an den deutschen Meisterschaften teilnimmt, bin ich überzeugt, dass der Toursieg nur über ihn läuft. Das Grundlagentraining im Winter zahlt sich bereits aus."

© SID

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