Radsport Giro d´Italia
Ullrich mit kurzen Haaren - "Nicht mehr so schwer"

Gutgelaunt zeigte sich Jan Ullrich vor dem Abschlusstraining des Giro d´Italia, der am Samstag mit dem Prolog in Lüttich startet. Der T-Mobile-Kapitän hat sich kurz zuvor noch seiner langen Haare entledigt.

Alte Zöpfe hat Jan Ullrich nicht nur im übertragenden Sinne abgeschnitten. Der T-Mobile hat sich vor seiner ersten Teilnahme am Giro d´Italia-Auftritt seit Jahren der lang gewordenen Haare entledigt. Vor dem Abschlusstraining in Riemst hat der 32-Jährige noch den belgischen Barbier "Ludo" aufgesucht und sich kurzerhand seiner "Pumuckl-Frisur" entledigt.

"Jetzt bin ich nicht mehr so schwer", scherzte Ullrich am Tag vor dem Prolog in Lüttich und bevor es in nächsten drei Wochen ernst wird. Auf den 3 526,2 Kilometer will der gebürtige Rostocker noch einige überschüssige Pfunde loswerden, um in acht Wochen in Topform das Unternehmen Toursieg anzugehen. Und dazu hat der Olympiasieger von 2000 auf Italiens Straßen genügend Gelegenheit. 22 500 Höhenmeter, fünf Bergankünfte und Steigungen von bis zu 24 Prozent dokumentieren den schwersten Giro seit Jahren.

Sturzfrei durchkommen und Rückstand aufholen

"Ich habe großen Respekt vor dem Giro", meinte Ullrich und bittet um Nachsicht, wenn er bei den schweren Bergetappen nicht um Siege, sondern um das Zeitlimit kämpft: "Ich nutze den Giro lediglich zum Formaufbau. Es geht darum, sturzfrei durchzukommen und meinen Trainingsrückstand aufzuholen."

So müssen sich die Ullrich-Fans bei den Zielankünften in den Dolomiten auf lange Wartezeiten einstellen. Schon bei der sechstägigen Romandie-Rundfahrt wies Ullrich im Schlussklassement einen Rückstand von knapp 50 Minuten auf.

Wüst bleibt skeptisch

"Ich brauche den Kampf in den Bergen. Ich bin zuversichtlich, es geht von Tag zu Tag besser. Ich fühle mich wohler als vor zwei Wochen. Ich denke, ich werde schon einige Attacken mitgehen können", meinte Ullrich zum eigenen Befinden und will trotz der unplanmäßigen Vorbereitung nicht von seinem Fernziel abrücken: "Der Toursieg ist und bleibt das große Ziel."

Für den früheren Radprofi Marcel Wüst ist die Teilnahme von Ullrich beim Giro ein schwieriges Unterfangen: "Mit so wenig Wettkampf-Kilometern an den Start zu gehen, ist schon sehr gefährlich. Das ist ein Drahtseilakt." Auch T-Mobile-Sportdirektor Rudy Pevanage gesteht ein, dass die letzte Woche "verdammt hart" wird.

Basso will in Pantanis Fußstapfen treten

Doch Teamchef Olaf Ludwig sieht keinen anderen Ausweg: "Der Giro ist für Jan ein entscheidender Baustein in seiner Tour-Vorbereitung. Daher lautet das Ziel für ihn, diese Rundfahrt bis zum Ende zu überstehen. Noch im Winter hatten wir gedacht, Jan könnte beim Giro bei der einen oder anderen Etappe seine Beine testen. Wir mussten seinen Weg jetzt neu definieren."

Am zweiten Wochenende will Ullrichs Tour-Rivale Ivan Basso in den Bergen seine Siegambitionen untermauern. Der CSC-Fahrer will in diesem Jahr in die Fußstapfen seines verstorbenen Landsmannes Marco Pantani treten und wie "Elefantino" 1998 das Double (Giro und Tour) gewinnen.

Teamchef Bjarne Riis traut ihm das durchaus zu und stichelt dabei nochmals gegen seinen Ex-Kollegen Ullrich: "Viele Fahrer können zwei Rundfahrten in einem Jahr gut fahren. Das ist eine Einstellungssache. Man muss im Kopf klar sein, den nötigen Willen haben und dann planmäßig an die Sache rangehen."

© SID

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