Radsport Giro d´Italia
Ullrich triumphiert beim Einzelzeitfahren

Der zweimalige Weltmeister Jan Ullrich hat beim Giro d´Italia seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der T-Mobile-Kapitän ließ seinem Rivalen Ivan Basso beim Einzelzeitfahren nicht den Hauch einer Chance.

T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich hat sich beim Einzelzeitfahren des 89. Giro d´Italia in hervorragender Verfassung präsentiert und seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Sechs Wochen vor Beginn der Tour verwies der zweimalige Weltmeister in seiner Spezialdisziplin seinen Rivalen Ivan Basso auf den zweiten Platz. Auf dem 50km langen Kurs in der Toskana mit Start und Ziel in Pontedera war Ullrich 28 Sekunden schneller als der Italiener, der aber seine Spitzenposition im Kampf um das Rosa Trikot weiter ausbaute.Erstmals seit seinem Tour-Etappenerfolg 2003 bestieg Ullrich damit in Pontedera wieder das Sieger-Podium bei einer großen Rundfahrt.

"Ergebnis zeigt, dass wir bis jetzt alles richtig gemacht haben"

"Ich freue mich natürlich über diese Bestzeit und ein Sieg gegen Basso gibt mir ganz viel Moral. Aber viel wichtiger ist, dass ich meine beste Form in sechs Wochen bei der Tour habe", sagte der 32-Jährige nach seinem ersten Pro-Tour-Sieg seit dem Gewinn des Zeitfahrens bei der Deutschland-Tour im vergangenen August. T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer zeigte sich mit Ullrichs gelungenem Leistungstest zufrieden: "Jan ist sehr gut und sehr gleichmäßig gefahren. Dieses Ergebnis zeigt, dass wir bis jetzt alles richtig gemacht haben."

Lediglich Basso erreichte annähernd Ullrichs Zeit von 58:48 Minuten. Tages-Dritter wurde der italienische Zeitfahrmeister Marco Pinotti, der allerdings schon 1:01 Minuten hinter dem Toursieger von 1997 zurückblieb. Das Spitzenresultat des Bonner Rennstalls komplettierte der Ukrainer Sergej Gontschar, der mit seinem vierten Rang (1:09 Minuten zurück) auf die dritte Gesamtposition vorrückte. Bassos CSC-Teamkollege Jens Voigt (Berlin) überzeugte als Siebter des Zeitfahrens (2:12 Minuten zurück).

"Bin garnicht mit 100 Prozent angegangen"

Ullrich war angesichts seiner schwächeren Platzierung in der Gesamtwertung bereits als 132. von 191 Fahrern ins Rennen gegangen und hatte früh für die Bestzeit gesorgt. "Dabei bin ich gar nicht mit 100 Prozent angegangen. Aber als ich an der letzten Zwischenzeit sah, dass ich vorne bin, hab ich nochmal Gas gegeben. Diese Taktik hat sich offenbar ausgezahlt", sagte der gebürtige Rostocker mit Wohnsitz in der Schweiz.

Während auch Basso am Ende noch einmal zulegen und so den Abtand in Grenzen halten konnte, kassierten die meisten der anderen Favoriten auf den Gesamtsieg erhebliche Rückstände. Vorjahressieger Paolo Savoldelli wurde 1:19 Minuten zurück Fünfter, der zweimalige Giro-Sieger Gilberto Simoni blieb gar 4:21 Minuten zurück und kam nur auf den 33. Platz. Ein Debakel erlebte Damiano Cunego, Sieger von 2004, der als 71. 5:34 Minuten Rückstand kassierte. Die drei Italiener müssen nun schon auf einen Einbruch ihres Landsmanns Basso hoffen, um diesen noch von der Spitze verdrängen zu können.

Gutierrez schärfster Basso-Verfolger

Schärfster Verfolger des Spitzenreiters ist der Spanier Jose Enrique Gutierrez, der als Zweiter des Gesamtklassements 2:48 Minuten zurück liegt. Gontschars Rückstand beträgt 3:24 Minuten. Am Freitag wird die Italien-Rundfahrt mit dem 171km langen 12. Teilstück von Livorno nach Sestri Levante fortgesetzt, ehe am Samstag zwischen Alessandria und La Thuile am kleinen St. Bernhard die erste Hochgebirgsetappe auf dem Programm steht.

© SID

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